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Wer einmal keine Morgenlatte hat, sollte nicht in Panik geraten. Erst wenn über mehrere Monate hinweg, keine Morgenlatte mehr zu bemerken ist, kann eine Erektionsstörung bestehen.

Die morgendliche Erektion ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn sie „steht“ für Vitalität. Genau deshalb mag es ein Grund zur Besorgnis sein, wenn das „Phänomen“ nachhaltig ausbleibt. Doch ab wann genau sollte man sich sorgen machen? Ab wann ist man Impotent und was genau sagt die Morgenlatte über unsere Potenz aus? 

Jens Winkler, unser medizinischer Experte klärt über das Phänomen der Morgenlatte auf. 

Jens Winkler
Jens Winkler

Aktualisiert: 27. Mai 2022 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

Redaktion
Inhaltsübersicht:
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    Warum hat man eine Morgenlatte?

    Schon während der Nacht hat ein gesunder Mann mehrere Erektionen, die in Einzelfällen sogar bis zu einer Stunde andauern können. Es ist fast üblich, dass ein Mann pro Nacht drei bis fünf Erektionen hat. Die meisten davon treten zwischen vier und sieben Uhr morgens in Erscheinung.

    Sogleich mit dem Aufkommen der Sexualwissenschaft im 19. Jahrhundert wurde natürlich die Frage nach der Ursache der Morgenlatte gestellt. Eine Theorie besagte, dass die sich während der Nacht anfüllende Harnblase auf Prostata und Penis drückt und durch diesen Reiz die Erektion auslöst. Diese Ansicht gilt heute als widerlegt.

    In einer ganz anderen These wird der Schlafrhythmus als treibende Kraft der Morgenlatte angeführt, wobei es wohl gerade die Tiefschlafphase sein soll, die hierbei eine Schlüsselrolle zu spielen scheint.

    Der REM-Schlaf als Brandbeschleuniger für den Penis

    Folgende Schlafphasen werden unterschieden:

    Während der REM-Phasen finden unbewusst sehr schnelle Bewegungen der Augen statt, daher diese Bezeichnung. Diese Phasen sind offenbar Quellen der Erektion, allein, keiner weiß genau warum.

    Der REM-Schlaf ist zugleich unser Traumschlaf, aus dem wir zuweilen auch mal hochschrecken können. Doch die Träume spiegeln unser Unterbewusstsein wider und Sexualität ist möglicherweise sogar die Kraft, die uns am meisten antreibt, ist sie doch immerhin dazu da, die Spezies Homo sapiens zu erhalten. Daher schleichen sich in so viele Träume sexuelle Fantasien ein, völlig unabhängig davon, wie aktiv oder keusch wir uns im wirklichen Leben gebärden.

    Und mit ihnen steigert sich die Anzahl der Morgenlatten nicht nur in deutschen Schlafzimmern. Wer während einer solchen begnadeten REM-Phase plötzlich aufwacht, hat sie eben, die Morgenlatte.

    Deutet die Morgenlatte auf sexuelle Träume hin?

    Die Morgenlatte ist aber nicht in jedem Fall die Folge sexueller Erregung oder gar die Konsequenz einer erhöhten Konzentration männlicher Hormone. Selbstverständlich wurden auch zu diesem Thema mannigfache Studien durchgeführt.

    In einigen davon wurden die Probanden mitten in einer REM-Phase geweckt, um den Charakter des Traumes während der Erektion festzustellen. Sogar die Mehrzahl der Träume war dabei nicht von sexueller Natur. Allerdings sind und bleiben die sogenannten „feuchten Träume“ bei pubertierenden Jungen wohl unumstößliche Realität.

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    Die Morgenlatte ist nützlich

    Schon bei Babys und sehr kleinen Jungen, aber auch bei sexuell eher ruhigen Männern, sind Morgenlatten an der Tagesordnung. Dies unterstützt die These, dass die morgendliche Erektion nicht unbedingt etwas mit sexueller Erregung zu tun haben muss, sondern vielleicht aus einem sehr viel tiefer sitzenden, archaischen Bereich des Kleinhirns gespeist wird.

    Die Morgenlatte ist ein gutes Zeichen dafür, dass es mit der Gesundheit des Mannes noch zum Besten steht. Daher wäre zum Beispiel ein Gefühl der Peinlichkeit völlig fehl am Platze.
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    Warum hat man keine Morgenlatte mehr?

    Niemand zwingt die Morgenlatte dazu, dass sie jeden Morgen zuverlässig strammsteht. Sie hat alles Recht der Welt, auch mal paar Tage hintereinander eine wohlverdiente Pause einzulegen. Gründe dafür gibt es mehr als genug, allen voran mentale Besessenheit durch so manches berufliche Problem, das einer schnellen Lösung harrt.

    Das plötzliche Ausbleiben der morgendliche Erektion kann auch die Folge eines veränderten Schlafrhythmus sein, wodurch Aufwachen und REM-Phasen anders synchronisiert sein können. Also alles erst einmal kein Anlass zur Sorge.

    Wird der Penis nicht mehr steif, kann dies ein Alarmzeichen für Erektionsstörungen sein. Die Uhrzeit spielt dabei weniger eine Rolle. Dies könnte die Ankündigung einer seriösen Erkrankung bedeuten und bedarf daher eines vertrauensvollen Gespräches mit dem Hausarzt. Seine Aufgabe besteht darin, abzuklären, ob es sich zum Beispiel um eine beginnende erektile Dysfunktion (ED) handelt.

    Mögliche Ursachen einer erektilen Dysfunktion

    Auch bestimmte physische Einschränkungen oder Medikamente können eine Erektionsstörung befördern. Bei Letzteren sind es oftmals Schmerzmittel oder Antidepressiva, die die Libido von Mann und Frau herabsetzen können.

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    Morgenlatte im Schlaflabor anaylsieren

    Vielen ist das Schlaflabor eher bekannt im Zusammenhang mit der Ursachenforschung von Schnarchen. Auch für die Beobachtung von gefährlicher, nächtlicher Atemaussetzer, ist das Schlaflabor bekannt. Doch kann es dort auch darum gehen, die nächtlichen Erektionen in Untersuchen.

    Bei Männern, die wegen des Schlafapnoe-Syndroms, also wegen ihrer Atemaussetzer, im Schlaflabor unter Beobachtung standen, wurde immer wieder das Ausbleiben nächtlicher Erektionen deutlich, was diesen Patienten meistens auch sehr bewusst war.

    Im Journal of Sexual Medicine wurde im Jahre 2009 eine Studie veröffentlicht, die bei 69 Prozent der männlichen Patienten mit einer Schlafapnoe zugleich Erektionsstörungen attestierte. Dieses Ergebnis fand in einer anderen Studie des Jahres 2016, die eine erektile Dysfunktion bei 63 Prozent der Schlafapnoe-Patienten feststellte, traurige Bestätigung. (Quelle)

    Qualitativ und quantitativ gemessen wird die nächtliche Erektion durch die phallografische Untersuchung, die der Zunahme des Penisvolumens, der sogenannten Tumeszenz, eine konkrete Zahl zuordnet.

    Nächtliche Erektionen helfen bei der Ursachenforschung

    Nächtliche Erektionen sind ein klares Indiz dafür, dass die Erektionsstörungen eines Patienten nicht körperlicher Natur sein können. Wer „nur“ seelisch bedingt kaum noch erigieren kann, hat gute Chancen, seine mentale Blockade während des Schlafes zu verlieren, was im Ergebnis zu einer ganz normalen Morgenlatte führen kann. In solchen Fällen sollte der Patient seine Lebensumstände, zum Beispiel das Maß an Stress, dem er täglich ausgesetzt ist, genauer und vor allem kritischer betrachten.

    Eine erektile Dysfunktion kann dann vorliegen, wenn während des Schlafes gar keine Erektionen entstehen. Umgekehrt lässt sich argumentieren, dass morgendliche Erektionen ein klares Zeichen dafür sind, dass eine körperlich verursachte erektile Dysfunktion nicht vorliegen kann.
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    Kräftige Morgenlatte bekommen

    Wie kann man wieder eine kräftige Morgenlatte bekommen?

    Wenn die Morgenlatte dauerhaft ausbleibt und auch sonst eine Erektion nur schwer aufgebaut werden kann, könnten Erektionsstörungen vorliegen. In diesem Fall können Potenzmittel helfen.

    Bei leichten Störungen, insbesondere in jüngeren Jahren, können Ärzte den Wirkstoff Tadalafil verschreiben. Dieser Wirkstoff kann auch täglich eingenommen werden. Dazu später mehr. 

    Doch auch ohne Medikamente, lässt sich mittels eines gesunden Lebensstil die Potenz steigern. Ratsam ist hierbei körperliche Betätigung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Vitamin D3 und weitere Methoden um den Testosteronspiegel anzukurbeln.

    Wie können Potenzmittel gegen Erektionsprobleme helfen?

    Phosphodiesterase-5-Hemmer ist ein Wort, das die meisten, auch Ärzte, schwerlich aussprechen können. Daher werden diese Mittel kurz als PDE-5-Hemmer oder auch einfach nur Potenzmittel bezeichnet.

    Diese Medikamente dienen der Behandlung der erektilen Dysfunktion. Sildenafil ist gewiss der prominenteste Vertreter dieser Wirkstoffgruppe. Er eroberte den deutschen Markt 1998 unter dem Markennamen Viagra.

    Die bekanntesten Potenzmittel:
    All diese Wirkstoffe agieren in die gleiche Richtung:

    Gleichzeitig wird das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE 5), das der Erektion entgegenwirkt, blockiert. Dies erklärt auch die Namensgebung PDE-5-Blocker, PDE-5-Hemmer oder PDE-5-Inhibitoren.

    Die Wirksamkeit dieser Potenzmittel gegen erektile Dysfunktion wurde bereits durch viele Studien eindeutig bestätigt. So kann fast jedem bei ausbleibenden Erektionen, und damit ist nicht nur die Morgenlatte gemeint, mit PDE-5-Hemmern geholfen werden. (Quelle)

    Da sich die vier oben genannten Phosphodiesterase-5-Hemmer hinsichtlich ihrer Pharmakokinetik und Nebenwirkungen stark unterscheiden, sollte bei erektiler Dysfunktion aber immer erst einmal der Arzt, primär ein Urologe, zurate gezogen werden.

    Potenzmittel wie Sildenafil oder Tadalafil können daher nur mit gültigen Rezept erworben werden. Rezeptfreie Alternativen wären Penispumpen oder auch Penisringe.

    Konstanztherapie für eine Morgenlatte?

    Wenn keine schwere Erektionsstörung vorliegt, welche ein hochdosiertes Potenzmittel wenige Stunden vor dem Geschlechtsverkehr benötigt, kann auch bereits ein niedrig dosiertes Potenzmittel helfen.

    Dabei wird vor allem an Cialis mit dem Wirkstoff Tadalafil in der 5 mg Dosierung gedacht. Dieser Wirkstoff verfügt über ein Halbwertszeit von 17,5 Stunden, währen die von Viagra nur etwa 3 Stunden anhält. Dies ermöglicht es, das Potenzmittel in geringer Dosis täglich einzunehmen, da der Körper den Wirkstoff erst nach 36 Stunden komplett abgebaut hat. Wird das Mittel also täglich eingenommen, baut sich ein konstanter Wirkstoffspiegel auf, welcher den Mann es ständig ermöglicht eine härtere Erektion aufzubauen.

    Keine Angst vor einer ständigen Erektion:

    Eine Morgenlatte dürfte mit der dauerhaften Einnahem von Tadalafil in 5 mg allerdings deutlich häufiger und intensiver ausfallen. Der Köper ist jederzeit bereit für Geschlechtsverkehr und somit kann Männern mit leichten Erektionsstörungen wieder zu einem erfüllten Sexualleben verholfen werden.

    Ärztliche Hilfe

    Da diese Wirkstoffe verschreibungspflichtig sind, wird ein gültiges Rezept vom Arzt benötigt. Sollte nichts gegen die Verschreibung sprechen können Männer die Potenzmittel in der nächsten Apotheke abholen oder sich diese auch online zuschicken lassen. 

    Quellen:

    1. Bernie Zilbergeld „Die neue Sexualität der Männer: Was Sie schon immer über Männer, Sex und Lust wissen wollten“ Gebundenes Buch – 1. Januar 2000
    2. Sleep Stages Explained: How Your Brain Works at Nighthttps: happysleepyhead.com
    3. Bei Erektionsstörung: Mann stehen und zum Arzt gehen: mann-und-gesundheit.com/
    4. Studie: Erektionsstörungen als Frühwarnzeichen für Arteriosklerose: erektionsstoerungen-behandlung.com
    5. Zusammenhang mit Schlafapnoe Association With Sleep Apnea Dtsch Arztebl Int 2010; 107(19): 350; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0350a Hein, Holger: aerzteblatt.de
    6. 23.07.2009 Atemaussetzer im Schlaf können auch Erektionsstörungen verursachen: lungenaerzte-im-netz.de
    7. Erektile Dysfunktion PDE-5-Hemmer im Vergleich: pharmazeutische-zeitung.de
    8. Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion: dgn.org