Impotenz durch Adipositas

Mittlerweile ist bekannt, dass Adipositas zu Impotenz führen kann. Von Männern mit einem Body Maß Index über 25 leiden etwa 80 Prozent an Erektionsstörungen. Dabei ist nicht nur das übermäßige Körperfett Grund für die Impotenz, sondern auch dessen Begleiterscheinungen, wie beispielsweise Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Bluthochdruck. Im Artikel beleuchten wir den Zusammenhang zwischen Übergewicht & Impotenz und geben wertvolle Tipps zur Besserung. 

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    Jens Winkler
    Jens Winkler

    Aktualisiert: 3. Mai 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

    Redaktion

    Adipositas als Risikofaktor für Impotenz

    Adipositas leitet sich von dem lateinischen Wort „adeps“ ab, was Fett bedeutet. Adipositas oder auf Deutsch die Fettleibigkeit ist eine weit verbreitete Volkskrankheit in der modernen Wohlstandsgesellschaft. Die Krankheit birgt sehr viele Risiken für Folgeerkrankungen in sich. Davon ist die erektile Dysfunktion, auch als Impotenz bekannt, nur eine von vielen.

    Dauerhaftes erhebliches Übergewicht beeinflusst die Erektionsfähigkeit auf viele unterschiedliche Faktoren. Die Ursache für die Impotenz kann in der Fettleibigkeit alleine, aber auch in anderen Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck und Erkrankungen der Gefäße liegen.

    Ab wann ist eine Person übergewichtig?

    BMI:
    30%

    Als übergewichtig gilt, wer einen Body Maß Index (BMI) über einem Wert von 30 hat. Schon 15 kg zu viel an Gewicht können die Fähigkeit zu einer Erektion um 25 bis 29 Prozent verringern.

    Auch am Bauchumfang lässt sich Fettleibigkeit erkennen. Der Bauchumfang wird in der Höhe des Bauchnabels gemessen. Der Normalbereich liegt bei oder unter 93 cm. Von 94 bis 102 cm befindet man sich im gelben Bereich. Liegt der Bauchumfang über 102 cm, wird man als übergewichtig angesehen.

    In Kalifornien wurde eine Studie durchgeführt, bei der festgestellt wurde, dass Männer, die einen BMI über 28 hatten, zu 90 Prozent öfter an erektiler Dysfunktion litten als Männer mit einem normalen Gewicht.4The Association of Body Size and Composition with Erectile Dysfunction in Older Men: Osteoporotic Fractures in Men (MrOS) Study – doi.org

    Warum kann Übergewicht zu Impotenz führen?

    Übergewicht macht es in vielen Fällen schwerer, eine Erektion aufzubauen und diese zu erhalten. Oft ist die Erektion nicht stark genug und baut sich auch schnell wieder ab.

    Die Gründe dafür sind vielfältig. Adipositas löst im Körper eine Reihe von Problemen aus, welche vor allem mit der Versorgung der Blutgefäße zusammenhängen. Nicht nur das Zuviel an Fett ist eine Gefahr, sondern auch die Krankheiten, die aus starkem und dauerhaftem Übergewicht entstehen können.

    Mehrere körperliche Faktoren und Vorgänge tragen zu einer Erektion bei. Übergewicht kann diese negativ beeinträchtigen. Adipositas verringert mit der Zeit die Qualität der Körperfunktionen. Es können unterschiedliche Folgeerkrankungen entstehen, die sich auch auf die Potenz auswirken können.

    Häufige Folgen & Zusammenhänge:

    Wichtiger Hinweis:

    Wenn Potenzstörungen als Folge von Adipositas auftreten, kann dies auch als Anzeichen für das Entstehen von ernsten Herz-Kreislauf-Problemen angesehen werden. Die Probleme können beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Eine ärztliche Beratung bei starkem Übergewicht in Verbindung mit Anzeichen einer Impotenz ist daher dringend zu empfehlen.

    Psychologische Faktoren berücksichtigen

    Fettleibigkeit ist in unserer Gesellschaft zwar oft vorhanden, ist aber trotzdem ziemlich verpönt. Daher leiden fettleibige Menschen oft an einem geringen Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Es ist oft der Fall, dass sie sich gesellschaftlich isolieren, weil sie sich unwohl fühlen.

    Oft resultiert daraus sogar eine Depression. Auch diese Gefühle und Empfindungen wirken sich auf die Libido und die Potenz aus. Äußere Reize lösen dabei oft nicht die Nervensignale aus, die für die Entstehung einer Erektion an das Gehirn geleitet werden müssen. Als Folge entsteht keine Erektion.

    Hilfe bei Impotenz durch Übgerwicht

    Die gute Nachricht: Impotenz aufgrund von Übergewicht kann gut therapiert werden.

    In erster Linie sollte der Betroffene auf eine gesunde Lebensführung und auf ausreichend Bewegung achten. Viele Erektionsstörungen in Zusammenhang mit Übergewicht sind nur temporär und können durch eine gesünderen Lebensstil verbessert werden.

    Ein Abbau des Gewichts kann die Potenzstörungen bereits verringern oder sogar teilweise beheben. Wenn die Potenzstörungen nur noch leicht ausgeprägt sind, können Hilfsmittel wie ein Penisring oder eine Penispumpe eingesetzt werden.

    Wenn zusätzlich psychologische Probleme bei der Impotenz eine Rolle spielen, informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über natürliche Potenzmittel, die zusätzlich zu der Behandlung eingenommen werden können. Auch Gesprächstherapien können unter Umständen für die Betroffenen hilfreich sein. Weiterhin werden in schweren Fällen vom Arzt Potenzmittel wie PDE-5-Hemmer als Therapie verordnet.

    Abnehmen gegen Impotenz

    Wurde eine Impotenz durch Übergewicht ausgelöst oder verstärkt, kann diese häufig auch wieder mit einer Gewichtsreduktion verbessert oder sogar aufgehoben werden. Eine Umstellung auf gesunde und abwechslungsreiche, aber kalorienreduzierte Nahrung, und mehr Bewegung ist sehr hilfreich und für den Körper eine gesunde Möglichkeit, Gewicht abzubauen.

    Wenn der Körper an Gewicht verliert und wieder beweglicher wird, wird sich auch die Durchblutung verbessern. Der Körper wird insgesamt besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Und natürlich wird auch der Genitalbereich wieder besser durchblutet. Außerdem erholt sich der Testosteronspiegel und der Betroffene verspürt wieder mehr Lust auf Sex. Alle diese Faktoren tragen zu einer stärkeren und länger anhaltenden Erektion bei.

    Studie über Impotenz & Gewichtsreduktion

    Bei einer Studie, die auf diesem Gebiet durchgeführt wurde, zeigte sich, dass etwa 30 Prozent der Männer, die ihr Körpergewicht durch eine Diät reduzieren konnten, wieder ein normales Sexualleben führen konnten. Die Männer verloren durchschnittlich etwa 15 kg in zwei Jahren. In der Kontrollgruppe gelang es nur fünf Prozent der Männer, ihre Erektionsprobleme zu beheben.

    Die Teilnehmer der Studie nahmen täglich etwa 300 Kilokalorien weniger ein und erhöhten ihre körperliche Betätigung. Die leichte Einschränkung der Kalorienzufuhr und etwas mehr Sport oder Bewegung im Alltag, bewirkten viel Positives für den Körper an sich und für die Potenzstörungen.2Lose weight to lose erectile dysfunction Michael F. Evans, MD, CCFP – ncbi

    Vorbeugung und Bekämpfung von Adipositas

    Fettleibigkeit kann mit folgenden Mitteln vorbegeut werden:

    Wer den überflüssigen Pfunden den Kampf ansagt, sagt damit auch gleichzeitig der Impotenz den Kampf an. Wenn betroffene Männer auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung achten, dabei auch ausreichend Bewegung in den Alltag integrieren, wird nicht nur Fett abgebaut, sondern auch die Potenz verbessert.

    In der Schulmedizin können auch verschreibungspflichtige PDE-5-Hemmer eingesetzt werden. Mit der medikamentösen Behandlung werden allerdings nur die Symptome und nicht die Ursachen des Problems behandelt. 

    Für eine seriöse Hilfe anstatt empfehlen wir daher immer einen Arztbesuch. Nur wenn die Ursachen der Erektionsstörung bekannt ist, kann auch eine entsprechend sinnvolle Behandlung vom Arzt gewählt werden. 

    Literatur:

    1. Can Weight Loss Treat Erectile Dysfunction? – healthline.com
    2. Lose weight to lose erectile dysfunction Michael F. Evans, MD, CCFP – ncbi
    3. Lowered testosterone in male obesity: mechanisms, morbidity and management – Asian J Androl. 2014 Mar-Apr; 16(2): 223–231. – ncbi.nlm.nih.gov
    4. The Association of Body Size and Composition with Erectile Dysfunction in Older Men: Osteoporotic Fractures in Men (MrOS) Study – doi.org
    5. Obesity: Unhealthy and unmanly – health.harvard.edu

    Foto: © New Africa / shutterstock.com