Ab wann ist man Impotent?

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Medizinisch betrachtet besteht eine erektile Dysfunktion dann, wenn in mehr als der Hälfte aller Fälle, über einem Zeitraum von mindestens 6 Monaten, keine ausreichende Erektion aufgebaut oder gehalten werden kann. Ein bestimmtes Alter gibt es dabei nicht. Zwar sind Erektionsstörungen im hohen Alter häufiger als bei jungen Männern, grundsätzlich kennt die Impotenz aber kein Alter. 

Wie sich die Impotenz in Form von Erektionsstörungen noch zeigt und wann ein Arzttermin sinnvoll ist, wird im Artikel genauesten erklärt.

Jens Winkler
Jens Winkler

Aktualisiert: 26. April 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

Redaktion
Inhaltsübersicht:
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    Anzeichen für Impotenz

    Es gibt eindeutige Anhaltspunkte, die auf eine erektile Dysfunktion schließen lassen. Werden diese über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten regelmäßig beobachtet, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

    Zu den deutlichen Anzeichen gehört es, wenn der Penis zwar erigiert, jedoch die Härte der Erektion nicht ausreicht, um in die Vagina einzudringen oder die Erektion während des Geschlechtsverkehrs so stark nachlässt, dass kein Orgasmus mehr möglich ist. Eine medizinische erektile Dysfunktion liegt aber auch dann vor, wenn gar keine Gliedsteife erreicht wird.

    Symptome von Erektionsstörungen:

    Wenn diese Anzeichen für einen längeren Zeitraum anhalten, kann dies auch ein Hinweis auf eine andere Krankheit sein, deren Begleiterscheinung die Impotenz ist. Daher sollte stets ein Arzt für die Diagnostik der Impotenz aufgesucht werden.

    Hilfe finden Sie hier:

    Gelegentliche Erektionsstörungen sind keine Impotenz

    Erektionsstörungen sind ein häufig auftretendes Problem bei Männern. Eine ausbleibende Erektion ist jedoch nicht immer gleich bedeutsam mit einer diagnostizierten Impotenz.

    Gelegentliche Potenzprobleme bei Männern jeglichen Alters sind vollkommen normal. Psychischer Stress, körperliche Erschöpfung oder erhöhter Alkoholkonsum können sich negativ auf die Libido auswirken und eine Erektion verhindern.

    Sofern solche Erektionsschwierigkeiten nur hin und wieder auftreten, besteht in der Regel noch kein Grund zur Sorge. Sollten die Störungen jedoch über einen längeren Zeitraum auftreten, könnte der Verdacht auf das Vorliegen einer erektilen Dysfunktion gegeben sein.

    Gibt es einen Impotenz Test?

    Unser Impotenz Selbsttest kann als Hinweis dienen

    Zwar ersetzt ein Selbsttest niemals eine ärztliche Diagnostik, kann allerdings als erster Anhaltspunkt hilfreich sein. Wir stellen unseren Impotenz Selbsttest zur Verfügung:

    1. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie eine ausreichende Erektion aufbauen und halten können?
    2. Wie häufig haben Sie eine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr?
    3. Wie oft ist die Erektion für die gesamte Dauer des Geschlechtsverkehr ausreichend ausgeprägt?
    4. Wie schwierig fällt es Ihnen, einen Orgasmus (Ejakulation) zu erreichen?
    5. Wie häufig ist der Geschlechtsverkehr für Sie befriedigend?

    Welcher Arzt ist bei Impotenz der richtige?

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    Pixel-Shot / shutterstock.com

    Besteht der Verdacht auf Impotenz, ist der Gang zum Arzt für viele Männer nicht leicht. Um eine richtige Diagnose oder Besserung zu ermöglichen, ist der Arztbesuch jedoch unerlässlich.

    Für viele Betroffene stellt sich die Frage, welcher Arzt aufgesucht werden soll. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der nach einem Gespräch und einer ersten Untersuchung an einen Spezialisten verweisen kann. Spezialisten sind in diesem Fall Urologen & Andrologen.

    Diese werden nach der Diagnose und Auswahl der Behandlungsmethode eventuell noch weitere Experten zu Rate ziehen. Beispielsweise kann bei psychologischen Ursachen  (z.B. Depressionen) einer erektilen Dysfunktion ein Sexualpsychologe oder Sexualtherapeut hinzugezogen werden.

    Der Gedanke, mit einer außenstehenden Person über Erektionsprobleme zu sprechen, ist für viele Betroffene unangenehm. Dennoch sollten Betroffene über ihren Schatten springen und sich dem Problem annehmen, um eine Linderung der Beschwerden oder eine Heilung zu ermöglichen.

    Vorbereitet ins Arztgespräch

    Nur wenn beim Arzt offen über die Erektionsstörung gesprochen wird, kann auch die tatsächliche Ursache gefunden werden. Wenn der Auslöser gefunden worden ist, kann die richtige Diagnose gestellt werden und die optimale Behandlungsmöglichkeit eingeleitet werden.

    Um nicht ins kalte Wasser zu springen, kann sich der Betroffene vorab zuhause auf den Arzttermin vorbereiten. In erster Linie bietet diese Seite sehr viele Informationen, wo sich der Betroffene im Voraus zu den Ursachen, der Diagnose sowie Behandlungsmöglichkeiten informieren kann.

    Die Symptome, die beobachtet werden, sind im besten Falle zu notieren, um diese beim Arzttermin ausführlich zu schildern. Falls sonstige Erkrankungen vorliegen oder Medikamente eingenommen werden, sind diese ebenfalls festzuhalten.

    Falls Fragen oder Anmerkungen aufkommen, können diese auf einem Zettel vermerkt und zum Termin mitgebracht werden.

    Was passiert beim Arzt?

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    Diagnose:

    Um die Diagnose der Impotenz zu erstellen, führt der Arzt in erster Linie ein Anamnesegespräch mit dem Betroffenen.

    Dabei werden dem Patienten Fragen zu den Symptomen, der Krankheitsvorgeschichte, dem aktuellen Lebensstil und Sexualleben sowie aktuell eingenommenen Medikamenten gestellt.

    Manchmal wird zusätzlich noch ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt, um der Ursache besser auf den Grund gehen zu können. Manchen Männern fällt es leichter, die Gedanken aufzuschreiben, als sie mit einem Arzt zu besprechen.

    Welchen Fragen stellt der Arzt bei Impotenz?

    Neben den allgemeinen Fragen des Arztes zu Krankengeschichte und Vorerkrankungen, stellt der Arzt dem Patienten noch intime Fragen, um der Ursache des Problems auf den Grund zu gehen.

    Für die Beantwortung der Fragen müssen Sie sich nicht schämen. Es gibt keinen Grund zur Nervosität, denn der Arzt führt so ein Gespräch nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal. Eine ehrliche Beantwortung der Fragen zur Impotenz ist hilfreich. 

    Körperliche Untersuchungen

    Nach dem Gespräch erfolgt eine körperliche Untersuchung des Betroffenen. Dabei werden der Penis, die Hoden und die Prostata abgetastet, sowie Gewicht, Bauchumfang und Puls gemessen. So können beispielsweise Entzündungen oder Verhärtungen erkannt werden.

    Zusätzlich wird noch eine Laboruntersuchung nach einer Blutabnahme vorgenommen. Dabei werden neben dem kleinen Blutbild noch die Leber- und Nierenwerte, der Blutzuckerspiegel, Schilddrüsenparameter sowie der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) überprüft.

    Ausführliche Beschreibung der Diagnostik bei Impotenz:

    Was kann man gegen Impotenz tun?

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    Orathai Mayoeh / shutterstock.com

    Je nach Ursache und demnach auch Diagnose gibt es eine Reihe verschiedener Behandlungsmöglichkeiten und Therapieansätze. Sich selbst, ohne ärztliche Diagnose, zu behandeln, sollte vermieden werden.

    Warnung vor rezeptfreien Potenzmittel:

    Vermeintliche effektive Potenzmittel, die im Internet ohne Rezept angeboten werden, sind oft Fälschungen. Das Risiko für Nebenwirkungen und ernsthafte Erkrankungen ist dabei zu hoch. PDE-5-Hemmer sollten daher nur von Ärzten verschrieben und bei zugelassenen Apotheken gekauft werden.

    Dank der zahlreichen Behandlungsmöglichkeiten kann für jeden Betroffenen individuell eine optimale Therapie bzw. Behandlung ermöglicht werden. Meistens verlaufen diese sehr positiv und führen zu einer deutlichen Verbesserung und in manchen Fällen sogar zur vollkommenen Heilung der Impotenz. Ausschlaggebend dafür ist, inwieweit die Ursache für die Erektionsstörung bekämpft wird. 

    Fühlen Sie sich betroffen? Hilfe erhalten Sie am Besten bei einem qualifizierten Arzt:

    Quellen:

    1. Mayo Clinic Staff. (2016, May 25). Erectile dysfunction: Preparing for your appointment. Retrieved from – mayoclinic.org
    2. Krassas, G. E., Tziomalos, K., Papadopoulou, F., Pontikides, N., & Perros, P. (2009, January 14). Erectile Dysfunction in Patients with Hyper- and Hypothyroidism: How Common and Should We Treat? The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 93(5), 1815-1819 – doi.org