Erektile Dysfunktion

Wenn ein Mann trotz sexueller Erregung über einen längeren Zeitraum vermehrt daran scheitert, eine Erektion zu erlangen, oder diese aufrecht zu erhalten, liegt vermutlich eine erektile Dysfunktion vor. Während anfänglich meist noch eine ausreichende Libido besteht, nimmt die Lust auf Sex im Laufe der Krankheit in vielen Fällen als Folge der Erektionsstörung ab. 

Störungen der Potenz sind für Betroffene äußerst belastend und führen nicht selten zu einem Teufelskreis aus psychischem Druck und vermindertem Selbstbewusstsein. Im folgenden wird die erektile Dysfunktion genauer erklärt.

Inhaltsübersicht:
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    Jens Winkler
    Jens Winkler

    Aktualisiert: 2. Februar 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

    Redaktion

    Was ist eine erektile Dysfunktion?

    Bei einer erektilen Dysfunktion handelt es sich um eine anhaltende Erektionsstörung des Mannes. Bei dieser Sexualstörung ist es dem Körper nicht möglich, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bilden. Der Grad der Sexualstörung ist dabei ganz individuell.

    Während manche Betroffene überhaupt keine Erektion erlangen, bilden andere eine kurzzeitige Erektion, die aber schnell wieder abschwillt. Erektionsprobleme kommen in allen Altersgruppen vor und sind keine Seltenheit. Die Schwere der Störung ist dabei von Mann zu Mann unterschiedlich. Mit zunehmendem Alter werden Erektionsprobleme zudem immer wahrscheinlicher. 

    Da die Bildung einer Erektion ein komplexer körperlicher Prozess ist, bei dem Faktoren wie Hormone, Nerven, Venen, Arterien, Muskulatur, aber auch das Gehirn eine wichtige Rolle spielen, gibt es unterschiedliche Ursachen für Erektionsprobleme.

    Ab wann spricht man von einer erektilen Dysfunktion?

    Medizinisch betrachtet liegt erst dann eine erektile Dysfunktion vor, wenn über einem Zeitraum von 6 Monaten - in über der Hälfte der Versuche (etwa 70 %) keine ausreichende Erektion für befriedigenden Geschlechtsverkehr erreicht werden kann.

    Da eine erektile Dysfunktion außerdem auch mit einer hohen psychischen Belastung einhergeht, können die Probleme mit der Zeit stärker werden. Grund dafür sind Versagensängste, psychischer Druck und ein vermindertes Selbstbewusstsein. Je länger die Erektionsstörung ignoriert wird, desto stärker wird in der Regel also auch der Grad der erektilen Dysfunktion.1

    Ärztliche Diagnostik dringend empfohlen: Eine erektile Dysfunktion tritt zudem nicht selten als Begleiterkrankung schwerwiegenderen Krankheit auf. Eine Untersuchung durch einen Facharzt ist daher in allen Fällen zu empfehlen. 

    Übersicht der größten urologischen Einrichtungen:

    Ist eine Anejakulation gefährlich?

    Die Anejakulation ist an sich nichts Gefährliches. Da ihr jedoch unterschiedliche körperliche sowie psychische Erkrankungen zugrunde liegen können, ist die Untersuchung durch einen Arzt ratsam. Auf diese Weise können ernsthafte Krankheitsursachen zuverlässig ausgeschlossen und wirksame Behandlungsmethoden rasch angewandt werden.

    Symptome der erektilen Dysfunktion

    Die erektile Dysfunktion geht mit verschiedenen Symptomen einher und kann bei jedem Mann eine unterschiedliche Ausprägung haben. 

    Generell werden folgende Symptome beschrieben:

    Der Verlauf einer erektilen Dysfunktion

    Der Verlauf von Erektionsstörungen ist individuell und abhängig von der Ursache. In vielen Fällen entwickeln sie sich schleichend, in anderen Fällen können sie aber auch plötzlich einsetzen – insbesondere dann, wenn ihre Ursachen psychologisch bedingt sind.

    Allgemein gilt in den meisten Fällen aber, je öfter Erektionsprobleme auftreten, desto ausgeprägter werden sie. Dies liegt an dem zusätzlichen psychischen Druck, der bei Impotenz auf den Betroffenen lastet. Viele zweifeln dabei an ihrer Männlichkeit, schämen sich und verlieren enorm an Selbstbewusstsein. Die wenigsten möchten darüber reden und suchen daher auch keine Hilfe. Der Teufelskreis kommt dadurch ins Rollen und die Erektionsstörungen werden verstärkt. Depression sind eine weitere weitverbreitete Begleiterscheinung einer unbehandelten erektilen Dysfunktion.2

    Wie entsteht eine Erektion?

    Die Bildung einer Erektion ist ein komplexer Vorgang im Körper.

    Um eine Erektion zu bilden, muss im Körper erst ein komplexer biochemischer Prozess geschehen. Viele Faktoren spielen dabei zusammen, Lust allein reicht für eine Erektion nicht aus.

    Das Gehirn sendet einen sexuellen Reiz an das parasympathische Erektionszentrum, welches dadurch aktiviert wird. Daraufhin erschlafft die Muskulatur der Arterienwände des Penis, damit Blut in die Schwellkörper fließen kann. Gleichzeitig wird der venöse Abfluss des Blutes gestoppt, wodurch das Blut sich im Penis staut. Folglich richtet der Penis sich auf und wird immer härter.3

    Ist nur einer dieser Schritte zur Aufbau ddr Erektion blockiert, beispielsweise durch eine Krankheit oder sonstige Komplikationen, kommt es bereits zu Störungen der Sexualfunktion. Erektionsprobleme sind daher nicht selten Begleiterscheinungen von Erkrankungen.

    Die erektile Dysfunktion ist häufig eine Begleiterkrankung von:
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    Psychologische Erektionsstörungen

    Ist die erektile Dysfunktion psychologisch bedingt, tritt sie oft sehr spontan auf.

    Gerade bei jungen Männern sind seelische Belastungen und Stress häufig Ursache für Erektionsprobleme, auch wenn sonst alle körperlichen Voraussetzungen gegeben sind. Körperliche und seelische Ursachen können sich auch vermischen. Eine erektile Dysfunktion löst bei Betroffenen Druck, Versagensängste, aber auch Depressionen aus, welche die Erektionsprobleme wiederum verstärken.

    Risikofaktoren sind unter anderem:

    Wie wird eine erektile Dysfunktion diagnostiziert?

    Kommt es vermehrt zu Erektionsstörungen, ist es mehr als ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

    Im ersten Schritt führt der Facharzt eine Anamnese durch, bei der die Krankenvorgeschichte, Medikamenteneinnahme und sonstige Faktoren abgeklärt werden. Auch private Fragen zum Sexualleben werden dabei gestellt. Hier lassen sich medikamentöse und psychische Ursachen bereits ausschließen. Wichtig dafür ist allerdings, dass Betroffene die Anamnese offen und ehrlich angehen. Bei Verdacht auf psychologische Ursachen werden Betroffene an einen Therapeuten weitergeleitet. 

    Liegt der Verdacht auf organischen Ursachen, wird zusätzlich eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei werden Penis, Hoden und Prostata abgetastet. Zudem wird der Blutdruck sowie der Puls gemessen und Blut-/Urinproben entnommen, welche im Labor überprüft werden.

    Weitere wichtige Diagnosemethoden bei der erektilen Dysfunktion sind eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße des Penis, ein Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) sowie neurologische Untersuchungsverfahren, welche Auskunft über die Nerven des Penis geben.

    Hinweis: Sogenannte Impotenz Selbsttests ersetzen keine professionelle Untersuchung und sollten daher eher als kleiner Schnelltest angesehen werden. Ein Besuch beim Arzt ist bei Erektionsstörungen in jedem Fall zu empfehlen.

    Behandlungsmethoden für die erektile Dysfunktion

    Bei Erektionsstörungen hängt die Behandlungsmethode immer von der Ursache ab.

    Bei körperlichen Ursachen werden in den meisten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente eingesetzt. Ist die Ursache eine spezielle Erkrankung, muss diese behandelt werden, folglich lösen sich auch die Erektionsprobleme.

    Bei psychologischen Ursachen werden eine offene Kommunikation sowie eine Psychotherapie empfohlen. Wobei auch in diesem Fall Medikamente unterstützend wirken und das Selbstbewusstsein stärken können. 

    Bei den meisten Behandlungen einer Impotenz ist es entscheidend, ob die jeweilige Ursache therapierbar ist. Ist sie es nicht, gibt es allerdings genügend Hilfsmittel, die sich als Alternative anwenden lassen. Diese helfen allerdings nur bei der Erektion weiter, die Ursache bekämpfen sie nicht.

    Die Behandlungsmethode hängt immer auch vom Grad der Erektionsstörung ab. Bei leichten Erektionsproblemen sind in der Regel keine operativen Eingriffe oder mechanischen Hilfsmittel erforderlich. Häufig genügt bereits eine psychologische Behandlung oder ein gesünderer Lebensstil, um die Störungen zu beheben. Eine geeignete Behandlung lässt sich nur in Absprache mit einem Arzt festlegen. 

    Vorgehen bei einer Erektionsstörung

    Betroffene können eine leichte Erektionsstörung in vielen Fällen bereits durch Änderungen von Lebensgewohnheiten verbessern. Diese Änderungen helfen nicht nur im Sexualleben weiter, sondern wirken sich auch auf die gesamte Gesundheit aus. Es ist zudem immer ratsam, eine offene Kommunikation zu suchen – sei es mit einem Arzt, dem Lebenspartner oder einem Psychologen. 

    Bei einer ernsthaften erektilen Dysfunktion, welche laut Definition erst dann gegeben ist, wenn über ein halbes Jahr hinweg, in etwa 70 % der Fälle keine ausreichende Erektion aufgebaut werden konnte, ist zu ärztlicher Hilfe geraten. Die einzig nachhaltige, ungefährlichste und wirksamste Weise, Erektionsstörungen zu behandeln, ist und bleibt der Gang zum Arzt.

    Literatur:

    1. Erectile Dysfunction Thushanth Sooriyamoorthy; Stephen W. Leslie. | ncbi.nlm.nih.gov
    2. Erektile Dysfunktion: Ursachen und Behandlung | apotheken-umschau.de
    3. Blood supply to the penis during an erection | healthlinkbc.ca

    Foto: © orawat photo shoot / shutterstock.com | Infografik: Impotenz.net