Behandlung der erektilen Dysfunktion

Je nach Ursache und Diagnose gibt es eine Reihe verschiedener Behandlungsmöglichkeiten der erektilen Dysfunktion. Ziel der Behandlungen ist es, den Betroffenen mühelos ein befriedigendes Sexualleben zu ermöglichen.

In der heutigen Zeit gibt es immer mehr erfolgreiche Behandlungen für eine Erektionsstörung. Die Methoden ermöglichen in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung bis hin zur vollkommenen Genesung der erektilen Dysfunktion.

Inhaltsübersicht:
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    Jens Winkler
    Jens Winkler

    Aktualisiert: 7. Mai 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

    Redaktion

    Kommunikative Methoden

    Die seelische Verfassung des Mannes einen entscheidenden Einfluss auf das Selbstbewusstsein und die Erektionsfähigkeit.

    Emotionale Lasten wie Sorgen und Ängste können Erektionsstörungen sowohl hervorrufen als auch verstärken. Wenn Betroffene lernen ihre Probleme zu kommunizieren, besteht die Chance die Einschränkungen ganz oder teilweise zu beheben.

    Verursachen psychische Gründe eine erektile Dysfunktion, hilft häufig Ein erster Schritt ist beispielsweise das Gespräch mit dem Sexualpartner bzw. der Sexualpartnerin, um die emotionale Belastung zu verringern. Im privatem Umfeld kommen auch Freunde oder Kollegen in Frage. 

    Weiters kann ein Arzt zu einem Sexualpsychologen oder Sexualtherapeuten verweisen. Diese bieten z. B. ein Coaching, eine Psychotherapie (auch in Verbindung mit einer Hypnosebehandlung) oder Sexualtherapie an.

    Grundsätzlich wird zwischen dem Einzelgespräch und der Gruppentherapie unterschieden. Im Rahmen von gezielten Coachings oder einer Unterhaltung, findet das Gespräch meist zwischen zwei Personen statt.

    Kommunikation als Behandlung von Erektionsstörungen kommt besonders in Frage bei:

    Natürliche Hilfsmittel & gesunder Lebenssstil

    Vielen Lebensmittel, wie z. B. Ginseng und Maca, wird nachgesagt, dass sie potenzsteigernd wirken. Sogenannte natürliche Aphrodisiaka oder auch Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Vitamin D) fördern die sexuelle Lust. Natürliche Potenzmittel, ob auf pflanzlicher oder tierischer Basis, werden bei leichten Beschwerden oder bei sexueller Unlust eingenommen.

    Auch ohne Geld auszugeben, kann eine leichte Besserung der Erektionsstörung erreicht werden, indem ein gesunder Lebensstil gepflegt wird. Dazu trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Drogen, Alkohol und Nikotin sowie viel Bewegung und Sport bei.

    Ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung und Sport trainiert auch die Erektionsfähigkeit eines Mannes. Sport fördert die Durchblutung des Körpers, schüttet das Sexualhormon Testosteron aus, erhöht die Sauerstoffversorgung des Penis und stärkt die Beckenboden-Muskulatur.

    Hinweis zu natürlichen Potenzmittel:

    Die Wirkung natürlicher Potenzmittel ist nicht immer wissenschaftlich belegt und hängt von der Situation und dem Schweregrad der Erektionsstörung ab. Natürliche Potenzmittel können auch Wechselwirkungen mit sich bringen. Treten Beschwerden auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

    Mechanische Hilfsmittel bei Erektionsstörungen

    Ein beliebtes mechanisches Hilfsmittel bei erektiler Dysfunktion ist die Vakuumpumpe (auch Penispumpe genannt). Mit dieser wird der Blutfluss in den Schwellkörpern des Penis erhöht. Mit Hilfe des erzeugten Unterdrucks hilft die Vakuum-Pumpe dabei eine Erektion zu erlangen.

    Zusätzlich kann nach der Anwendung ein Penisring übergezogen werden, wodurch die Erektion noch länger aufrecht erhalten werden kann.

    Der Penisring kann allerdings auch ohne Penispumpe die Erektion verstärken. Durch das Anlegen eines Penisrings um den Penis wird das Abfließen des Blutes aus den Schwellkörpern verlangsamt, sodass dieser länger steif bleibt. Der Penisring hilft auch die Erektion härter werden zu lassen und kann somit bei leichten oder mittleren Erektionsstörungen unterstützend wirken.

    Medikamentöse Behandlung (PDE-5-Hemmer)

    PDE-5-Hemmer können oral als Tabletten oder lokal mit Spritzen injiziert werden.

    PDE-5-Hemmer sind verschreibungspflichtige Medikamente, die Männer in den aller meisten Fällen oral einnimmt. Mithilfe dieser wird eine Erektion verstärkt, indem der Blutfluss im Penis durch eine Erweiterung der Blutgefäße verbessert wird. Das bekannteste Medikament unter den PDE-5-Hemmern ist Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil.

    Die Wirkung von PDE-5-Hemmern kann nur entfaltet werden, wenn ein gewisses Maß an Lust vorhanden ist. Allein durch die Einnahme von PDE-5-Hemmern entsteht keine Lust, wie oftmals irrtümlich angenommen wird.

    Injektionstherapien sind dann zu empfehlen, wenn PDE-5-Hemmer nicht wirken oder die Nervenbahnen im Penis geschädigt sind. Dabei wird ein Wirkstoff mittels Nadel in den Schwellkörper gespritzt, der eine Erektion auslöst. Dies funktioniert beispielsweise somit auch bei einer Querschnittslähmung.

    Rezeptpflicht beachten:

    Verschreibungspflichtige PDE-5-Hemmer sollten nie ohne vorherige Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Es können Nebenwirkungen und Risiken z. B. durch Vorerkrankungen oder Wechselbeschwerden ausgelöst werden. Vom Kauf nicht zugelassener Medikamente von nicht zertifizierten Anbietern ist dringend abzuraten.

    Hormontherapie

    Bei einer Hormontherapie gegen erektiler Dysfunktion werden dem Betroffenen mittels Injektion, Gel oder Pflaster Hormone zugeführt. Das wohl bekannteste männliche Sexualhormon ist das Testosteron. Ist der Testosteronspiegel zu niedrig, kann dies eine erektile Dysfunktion zur Folge haben. Der Testosteronmangel äußert sich beispielsweise durch sexuelle Unlust, Müdigkeit und weniger Muskelmasse.

    Besonders in jüngeren Jahren ist nicht nur selten eine Testosteronersatztherapie erforderlich. Denn der Testosteronspiegel kann auch durch natürliche Potenzmittel sowie viel Bewegung und Sport gesteigert werden.

    Diese Behandlung wird von den meisten Krankenkassen übernommen, allerdings nicht wenn es sich rein um die Behandlung der Behandlung der Erektionsstörung handelt. 

    Physikalische Therapie

    Physikalische Therapien werden in zwei verschiedenen Formen bei leichten und mittelschweren Erektionsstörungen angeboten, wenn z. B: Medikamente wie PDE-5-Hemmer nicht anschlagen. Die beiden bekannten physikalischen Methoden ist die Elektrostimulation und eine immer häufiger angewendete Stoßwellentherapie.

    Bei der Elektrostimulation wird die Muskulatur der Geschlechtsorgane mithilfe von Stromimpulsen stimuliert. Bei der Stoßwellentherapie sorgen die Schallwellen dafür, dass neues Gewebe gebildet wird. Auch wenn die Beschreibung vielleicht etwas rau und brachial klingen sollte, die Behandlung ist besonders sanft und schonend und mit keinerlei Schmerzen verbunden.

    Operative Eingriffe

    Kommen keine der oben genannten Behandlungen in Frage, kann ein operativer Eingriff vorgenommen werden, wobei Implantate in den Penis eingesetzt werden. Diese OP ist nicht rückgängig zu machen und sollte wohl-überlegt sein.

    Operative Eingriffe gegen Erektionsstörungen kommen daher nur in seltenen Fällen zum Einsatz und sollten als die letzte Möglichkeit angesehen werden. Bekannte Implantate sind: Hydraulische Penisprothesen, Rigide Penisprothesen und Semirigide Penisprothesen.

    Kostenübernahme der Behandlung?

    Die Kosten der Behandlung einer erektilen Dysfunktion sind von der Art der Therapie abhängig und können stark variieren. In der Regel muss der Betroffene selbst für die Kosten aufkommen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur in Einzelfällen auf ärztliche Anordnung.

    Literatur:

    1. A. Jungwirth, B. Esterbauer: Diagnose und Therapie der erektilen Dysfunktion. In: Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel 2009; 2 (4), S. 21-25
    2. Leistungen & Kosten – gesundheit.gv.at
    3. Phosphodiesterase-5 (PDE5) Inhibitors In the Management of Erectile Dysfunction – ncbi

    Foto: © TheCorgi / shutterstock.com | Infografik: Impotenz.net