Startseite » Behandlung » Erektile Dysfunktion » SKAT
SKAT: Die Schwellkörper-Spritze gegen Impotenz
Wenn Tabletten nicht mehr reichen, hilft oft ein kleiner Pieks. Wir erklären dir Ablauf, Wirkung und Risiken der SKAT und wann die Tablette die bessere Wahl ist.
Bei der SKAT, der Schwellkörper-Autoinjektionstherapie, spritzt du dir einen Wirkstoff direkt in den Penis. Klingt erst mal nach Mutprobe, ist aber eine der wirksamsten Behandlungen bei Erektionsstörungen. In einer großen Studie führten 94 % der Spritzen zu Sex1. Trotzdem ist SKAT meist nicht der erste Schritt, sondern die Lösung, wenn Tabletten nicht helfen.

Was ist SKAT?
SKAT ist eine Behandlung, bei der du dir vor dem Sex einen gefäßerweiternden Wirkstoff mit einer feinen Nadel selbst in den Schwellkörper des Penis spritzt.
Die Abkürzung steht für Schwellkörper-Autoinjektionstherapie. Ärzte sagen auch intrakavernöse Injektion. Die Methode gibt es seit den 1980er-Jahren, also lange vor Viagra.
In Deutschland wird heute fast immer der Wirkstoff Alprostadil verwendet. Er ist zum Beispiel in den Präparaten Caverject und Viridal enthalten. Alprostadil ist eine künstliche Form von Prostaglandin E1, einem Botenstoff, den der Körper auch selbst bildet.
Spritze in den Penis, ernsthaft?
Ja, und die meisten Männer sind überrascht, wie wenig es wehtut. Die Nadel ist sehr fein, ähnlich wie bei einer Insulinspritze. Die größte Hürde ist meistens der Kopf, nicht der Pieks 😅.
Für wen eignet sich SKAT?
SKAT eignet sich vor allem für Männer, bei denen PDE-5-Hemmer nicht wirken, nicht vertragen werden oder wegen Nervenschäden nicht greifen.
Tabletten wie Viagra brauchen intakte Nerven, damit das Erregungssignal im Penis ankommt. Ist dieser Weg gestört, bleibt die Tablette oft wirkungslos. Die Spritze setzt dagegen direkt im Schwellkörper an.
Typische Kandidaten für SKAT
- Nach einer Prostata-OP
- Bei Querschnittslähmung
- Bei schwerem Diabetes mit Nervenschäden
- Bei Nervenerkrankungen
- Wenn PDE-5-Hemmer nicht wirken
- Wenn Tabletten nicht vertragen werden
Für alle anderen gilt in der Regel eine einfache Reihenfolge. Erst kommen Tabletten, dann Spritze oder Pumpe. Das ist bequemer, und eine Tablette musst du dir nicht in den Penis jagen. Warum die Tabletten so oft reichen, steht unter PDE-5-Hemmer im Vergleich.
Schon Tabletten probiert?
Viele Männer kommen ohne Spritze aus. Ein zugelassener Arzt prüft online, ob ein PDE-5-Hemmer zu dir passt.
Seriöse Online-Anbieter ansehen →Erst informieren? Viagra oder Cialis im Vergleich
Wie wirkt die Schwellkörper-Spritze?
Alprostadil entspannt die Muskulatur der Gefäße im Schwellkörper, sodass mehr Blut einströmt und weniger abfließt, und löst so eine Erektion aus.
Laut Gebrauchsinformation verstärkt der Wirkstoff den Blutzustrom in den Penis und vermindert gleichzeitig den Abstrom2. Der Schwellkörper füllt sich, und der Penis wird steif.
Der große Unterschied zur Tablette liegt im Startpunkt. PDE-5-Hemmer verstärken ein Signal, das bei Erregung entsteht. Die Spritze setzt direkt am Ende der Kette an und braucht dieses Signal nicht. Deshalb wirkt sie auch, wenn die Nerven beschädigt sind.
Tablette und Spritze im Wirkprinzip
PDE-5-Hemmer
- Verstärken das natürliche Erregungssignal
- Brauchen funktionierende Nerven
- Wirken nur bei sexueller Erregung
SKAT
- Wirkt direkt im Schwellkörper
- Funktioniert auch bei Nervenschäden
- Löst die Erektion selbst aus
So läuft die SKAT-Behandlung ab
Die erste Spritze und die Suche nach der richtigen Dosis finden beim Urologen statt, danach spritzt du dir das Mittel zu Hause selbst.
Laut Fachinformation müssen die ersten Injektionen und die Einstellung der Dosis durch den Arzt erfolgen3. Der Urologe tastet sich in kleinen Schritten an die niedrigste wirksame Dosis heran. Er zeigt dir auch, wo genau du einstechen musst.

So läuft eine Anwendung zu Hause
- VorbereitenLösung nach Anleitung herstellen, Hände waschen, Einstichstelle desinfizieren.
- EinstechenSeitlich in den Penisschaft spritzen, nicht oben und nicht unten, wo Gefäße und Harnröhre verlaufen.
- AndrückenDanach einige Minuten mit einem Tupfer auf die Stelle drücken. Das beugt Blutergüssen vor.
- WirkungDie Erektion setzt meist nach wenigen Minuten ein.
- PauseDie nächste Dosis frühestens nach 24 Stunden3.
Hinweis: Wechsle die Einstichstelle bei jeder Anwendung, mal links, mal rechts, mal etwas weiter vorne oder hinten. So vermeidest du Verhärtungen im Gewebe.
Nebenwirkungen und Risiken von SKAT
Die häufigsten Nebenwirkungen von SKAT sind leichte Schmerzen und Blutergüsse, das ernsteste Risiko ist eine zu lange Erektion, der sogenannte Priapismus.
Eine große Studie mit 683 Männern hat die Selbstinjektion über sechs Monate begleitet. Die Hälfte der Männer hatte irgendwann leichte Schmerzen, aber nur bei 11 % der Spritzen1.
Wirkung und Nebenwirkungen in Zahlen

Was tun, wenn er nicht mehr runtergeht?
Hält eine Erektion 4 Stunden oder länger an, musst du sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme. Laut Gebrauchsinformation sollte die Behandlung innerhalb von 6 Stunden beginnen2.
Das ist kein Witz und kein Grund zur Scham. Zu langer Blutstau kann das Gewebe im Penis dauerhaft schädigen.
Wann SKAT nicht infrage kommt
- Sichelzellanämie
- Multiples Myelom
- Leukämie
- Penisimplantat
Diese Erkrankungen erhöhen laut Gebrauchsinformation das Risiko für einen Priapismus2. Vorsicht gilt außerdem bei Blutverdünnern wie Warfarin oder Heparin, weil es nach der Injektion eher bluten kann. Bei einer Penisverkrümmung wägt der Urologe besonders sorgfältig ab.
Lieber ohne Nadel?
PDE-5-Hemmer sind für die meisten Männer der einfachere Weg. Ein Arzt prüft deine Angaben diskret online.
Online-Rezept anfragen →Mehr zu Sildenafil und Tadalafil
SKAT im Vergleich zu anderen Therapien
SKAT ist wirksamer als das Harnröhrenstäbchen und funktioniert auch dort, wo Tabletten versagen, ist aber umständlicher als ein PDE-5-Hemmer.
Eine Alternative zur Spritze ist das Harnröhrenstäbchen, bei dem Alprostadil als winziges Zäpfchen in die Harnröhre geschoben wird. In einer direkten Vergleichsstudie mit 103 Männern wirkte die Spritze bei 70 %, das Stäbchen nur bei 43 %4.
Für die meisten Männer ist aber die Tablette der bequemste Start. In der wichtigsten Sildenafil-Studie führten 69 % der Versuche zum erfolgreichen Sex, mit Placebo nur 22 %5.

Die Behandlung in Stufen
- Stufe 1Lebensstil anpassen und PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil ausprobieren.
- Stufe 2Wirken Tabletten nicht, folgen SKAT, Harnröhrenstäbchen oder Vakuumpumpe.
- Stufe 3Hilft auch das nicht, bleibt ein Penisimplantat als dauerhafte Lösung.
Die Alternativen im Überblick
Erst Stufe 1 ausprobieren
Bevor du zur Spritze greifst, lohnt sich ein Versuch mit der Tablette. Das Rezept gibt es auch online.
Zu den geprüften Anbietern →Welche passt? Welche Viagra ist die beste?
Kosten und Kostenübernahme
SKAT-Präparate musst du in der Regel selbst bezahlen, da Arzneimittel gegen Erektionsstörungen von der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen sind.
Das Sozialgesetzbuch schließt Mittel, die vor allem die Erektion verbessern sollen, ausdrücklich aus dem Leistungskatalog aus6. Das gilt für Tabletten genauso wie für Spritzen. Bei privaten Versicherungen hängt es vom Tarif ab.
Die Arztbesuche zur Diagnose und Einweisung zahlt die Kasse dagegen in der Regel. Mehr dazu steht unter Kostenübernahme. Wer Angst vor dem Termin hat, findet Tipps unter Angst vor dem Urologen überwinden.
Erst die Tablette, dann die Spritze
Diskret von zu Hause. Ein zugelassener Arzt prüft deine Angaben und entscheidet, ob eine Behandlung für dich passt.
- Medizinischen Fragebogen online ausfüllen
- Prüfung durch einen zugelassenen Arzt
- Bei medizinischer Eignung: Rezept
- Diskreter Versand über eine Versandapotheke
- Keine Abo-Falle
- Keine versteckten Kosten
- Neutrale Verpackung
SKAT gewünscht? Urologische Kliniken in deiner Nähe finden
Häufige Fragen zu SKAT
Tut die SKAT-Spritze weh?
Meist kaum. Die Nadel ist sehr fein, und die meisten Männer spüren nur einen kurzen Pieks. In der großen Alprostadil-Studie verursachten nur 11 % der Spritzen Schmerzen, und die waren meist leicht. Etwas häufiger ist ein Druck- oder Spannungsgefühl während der Erektion.
Wie oft darf man SKAT anwenden?
Laut Fachinformation frühestens alle 24 Stunden. Die genaue Häufigkeit pro Woche legt dein Urologe fest. Häufigeres Spritzen erhöht das Risiko für Verhärtungen im Gewebe. Wechsle deshalb jedes Mal die Einstichstelle.
Wie lange hält die Erektion nach SKAT?
Das hängt von der Dosis ab. Ziel der Dosisfindung beim Urologen ist eine Erektion, die für den Sex reicht, aber nicht übermäßig lange anhält. Hält sie 4 Stunden oder länger, musst du sofort zum Arzt.
Brauche ich Lust, damit SKAT wirkt?
Nein, die Spritze löst die Erektion selbst aus, anders als Tabletten. Mit Erregung und Zärtlichkeit klappt es aber meist noch besser. Viele Paare bauen die Spritze einfach ins Vorspiel ein. Tipps dazu stehen unter Kommunikation in der Partnerschaft.
Zahlt die Krankenkasse SKAT?
Die Medikamente in der Regel nicht, da Mittel gegen Erektionsstörungen gesetzlich ausgeschlossen sind. Diagnose und Einweisung beim Urologen werden meist übernommen. Private Versicherungen entscheiden je nach Tarif.
Kann man SKAT mit Viagra kombinieren?
Nur nach Absprache mit dem Arzt. Laut Gebrauchsinformation ist die Kombination mit anderen Erektionsmitteln nicht ausreichend untersucht. Das Risiko für eine zu lange Erektion könnte steigen. Probier also nicht auf eigene Faust beides gleichzeitig.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei SKAT spritzt du dir Alprostadil selbst in den Schwellkörper.
- In einer Studie ermöglichten 94 % der Spritzen erfolgreichen Sex.
- SKAT wirkt auch bei Nervenschäden, zum Beispiel nach einer Prostata-OP.
- Bei einer Erektion ab 4 Stunden musst du sofort zum Arzt.
- Die Dosis wird immer zuerst beim Urologen eingestellt.
- Für die meisten Männer sind PDE-5-Hemmer der einfachere erste Schritt.
Quellen und Studien (6)
- Linet O.I., Ogrinc F.G. (1996): Efficacy and safety of intracavernosal alprostadil in men with erectile dysfunction. The Alprostadil Study Group. New England Journal of Medicine 334
nih.gov - Gebrauchsinformation Caverject 10 µg / 20 µg. PatientenInfo-Service der Roten Liste
patienteninfo-service.de - Fachinformation Caverject 10 µg / 20 µg
fachinfo.de - Porst H. (1997): Transurethral alprostadil with MUSE vs intracavernous alprostadil, a comparative study in 103 patients with erectile dysfunction. International Journal of Impotence Research
nih.gov - Goldstein I. et al. (1998): Oral sildenafil in the treatment of erectile dysfunction. New England Journal of Medicine 338
doi.org - § 34 SGB V: Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Bundesministerium der Justiz
gesetze-im-internet.de
