PDE-5-Hemmer (Potenzmittel)

Als PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer) werden Medikamente bezeichnet, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verschrieben werden. Umgangssprachlich werden diese Wirkstoffe auch als Potenzmittel bezeichnet. Der bekannteste PDE-5-Hemmer ist Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil. Alle Medikamente, die der Wirkstoffklasse PDE-5-Hemmer angehören, fallen in Deutschland unter die Verschreibungspflicht

Wenn Sie unter einer erektilen Dysfunktion leiden (*Definition), können Sie ein Rezept vom Haus-, oder Facharzt (Urologe) ausgestellt bekommen. 

Einfach erklärt sorgen PDE-5-Hemmer dafür, dass mehr Blut in den Penis fließen kann und somit eine härtere Erektion ermöglicht wird. Außerdem wird dafür gesorgt, dass die Erektion länger gehalten und nicht zu früh abgebaut wird. 

Nein, PDE-5-Hemmer erzeugen keine Erektion, sondern können diese nur verbessern. Daher ist eine sexuelle Stimulation nötig, um die Wirkung zeigen zu können. Eine Erektion ohne sexueller Handlung, ist also nicht zu erwarten. 

Grundsätzlich hält die Wirkung 5 Stunden und teilweise sogar bis zu 36 Stunden lang an. Die Dauer der Wirkung ist allerdings unterschiedlich. Auch hier gilt:  Keine Wirkung ohne sexueller Stimulation. Eine Dauererektion ohne Grund über 5 Stunden ist nicht zu erwarten. 

Die meisten Potenzmittel wirken nach 30 bis maximal 60 Minuten. Der Wirkungseintritt ist allerdings bei den einzelnen Potenzmitteln unterschiedlich. 

Inhaltsübersicht:
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    Jens Winkler
    Jens Winkler

    Aktualisiert: 18. September 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

    Redaktion

    Was bewirken Potenzmittel?

    Die Schwellkörper im Penis sind im nicht-erigierten Zustand verengt. Das bedeutet, dass nur wenig Blut in den Penis gelangen kann. Findet eine sexuelle Erregung statt, wird ein Botenstoff, genauer gesagt zyklische Guanin-Monophosphat (cGMP), in den Muskelzellen ausgeschüttet. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannen und somit auch mehr Blut in den Penis fließen kann.

    Folge: Weil mehr Blut in den Penis fließen kann, findet auch eine Erektion statt.

    Ein Medikament mit dem Wirkstoff PDE-5-Hemmer blockiert – wie der Name bereits verrät – das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5). Das Enzym ist für den Abbau des oben genannten Botenstoffes cGMP verantwortlich. Wird ein PDE-5-Hemmer eingenommen, wird die Konzentration des Botenstoffes erhöht und somit mehr Blut in den Penis befördert.

    Potenzmittel Vergleich

    Es gibt vier zugelassene PDE-5-Hemmer auf dem Markt. Alle Medikamente mit diesen Wirkstoffen sind verschreibungspflichtig.

    Potenzmittel Nebenwirkungen im Vergleich

    Alle PDE-5-Hemmer haben durch die verbesserte Durchblutung häufig als Nebenwirkung eine Gesichtsrötung (Flush) zu verzeichnen. Das Gefühl einer verstopften Nase hängt ebenfalls mit der Durchblutung zusammen. Die bekannten Kopfschmerzen treten durch die blutdrucksenkende Wirkung ein. Diese können durch eine verminderte Dosis verringert werden.

    Die geringsten Nebenwirkungen verzeichnet Vardenafil und Avanafil. Letzter Wirkstoff ist nicht in der nachfolgenden Studie eingeschlossen. Tadalafil wird in 5 mg auch täglich eingenommen und reduziert dadurch die Nebenwirkungen. Aktuell liegen noch keine ausreichenden Langzeitstudien über die Nebenwirkungen bei täglicher Einnahme vor. Es ist davon auszugehen das die  Nebenwirkungen ähnlich wie bei der Bedarfstherapie, in geringeren Ausmaße, ausfallen und sich sogar noch reduzieren. 

    Ergebnisse aus mehreren Studien:10Studie: Porst, Hartmut (2006): Oral Pharmacotherapy of Erectile Dysfunction. In: Porst, Hartmut; Buvat, Jacques (Herausgeber): Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing. doi.org

     
    Nebenwirkung: Sildenafil Tadalafil Vardenafil
    Kopfschmerzen 14,6 % 14 % 14,5 %
    Gesichtsrötung 14,1 % 4 % 11,1 %
    Verstopfte Nase 2,6 % 5 % 9,2 %
    Verdauungsstörungen 6,2 % 10 % 3,7 %

    Teilnehmer: Sildenafil: 5918, Tadalafil 804, Vardenafil 2203. Aktuell liegen nicht genug Berichte über Avanafil vor, um ein Bild der Nebenwirkungen zu erstellen.

    Welches Potenzmittel ist das passende für mich?

    Welcher PDE-5-Hemmer für Sie der richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab. Obwohl das Einsatzgebiet stets das gleiche sein dürfte, können die verfügbaren PDE-5-Hemmer unterschiedlich angewendet werden.

    Laut Erfahrungsberichten zeigen Sildenafil und Avanafil  als Potenzmittel die stärkste Wirkung

    • • Sildenafil, Vardenafil und Avanafil dürfen nur einmal alle 24 Stunde eingenommen werden.
    • • Tadalafil wirkt über 36 Stunden lang.
    • • Tadalafil in 5 mg kann jeden Tag eingenommen werden und wirkt somit jederzeit. 

    Wird das Potenzmittel also sehr häufig benötigt, würde sich eine Langzeitbehandlung mit Tadalafil 5 mg gut eignen.

    Wenn das am schnellsten wirkende Potenzmittel gesucht wird, bietet Avanafil mit nur 10-15 Minuten laut Erfahrungsberichten den schnellsten Wirkungseintritt. Wer allerdings dauerhafte Bereitschaft benötigt, sollte Tadalafil in 5 mg in Erwägung ziehen, denn somit wirkt das Potenzmittel jederzeit

    Wir das am längsten wirkende Potenzmittel gesucht, bietet Tadalafil mit 36 Stunden die längste Wirkungsdauer. Wer Tadalafil in 5 mg täglich einnimmt, ist sogar dauerhaft bereit für Sex. 

    Wer empfindlich auf Medikamente reagiert, sollte Vardenafil oder Avanafil in Erwägung ziehen. Diese Wirkstoffe haben laut Erfahrungsberichten die geringste Nebenwirkungen

    Preislich sind Generika im Gegensatz zu Markenprodukten deutlich günstiger. Aktuell gibt es nur von Avanafil noch keine zugelassenes Generikum auf dem deutschen Markt.

    Am günstigsten sind Sildenafil-Generika. Der Preis von 4 Tabletten beginnt in Apotheken bereits bei 10 bis 15 €.

    Verschreibungspflicht beaechten!

    Die Verschreibungspflicht ist vor allem aufgrund möglicher Kontraktionen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem unter Umständen zu starken Blutdruckabfall erforderlich.

    Anbieter, die Ihnen Potenzmittel, insbesondere PDE-5-Hemmer, rezeptfrei anbieten, handeln illegal und sollten vermieden werden. Die Gefahr bei solchen Anbietern gefälschte Arzneimittel zu erhalten, ist zudem sehr hoch. Fälschungen können erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen, da diese häufig mit anderen Wirkstoffen gestreckt worden sind.

    Falls Sie eine zu schwache Erektion mit einem PDE-5-Hemmer behandeln möchten, kann Ihnen das notwendige Rezept von einem Facharzt ausgestellt werden. Adressen & Hilfen sind hier aufgelistet

    Nachdem Ihnen ein Rezept ausgestellt worden ist, können Sie damit in der nächsten Apotheke das gewünschte Potenzmittel erwerben. Dabei haben Sie aufgrund der zahlreichen Generika mittlerweile auch günstige Alternativen zu den Handelsmarken.

    Sildenafil (Viagra)

    Der bekannteste Wirkstoff in der PDE-5-Hemmer Klasse, nennt sich Sildenafil. Der Wirkstoff wurde 1998 mit dem Markennamen „Viagra“ vom Pharmakonzern „Pfizer“ erstmalig zugelassen. Seit dem wurde Viagra millionenfach an Männer mit erektiler Dysfunktion verschrieben.

    Die Wirkung von Sildenafil tritt durchschnittlich nach etwa 25 Minuten ein. Laut offiziellen Beipackzettel, sollte das Medikament allerdings 40 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Auch noch 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme, genügt der Wirkstoff im Blutkreislauf um noch eine ausreichend Erektion aufbauen zu können. 13Sildenafil-ratiopharm, INN-sildenafil – 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften – Klinische Wirksamkeit und Sicherheit ema.europa.eu (.pdf)

    Die höchste Konzentration im Blut (maximaler Plasmaspiegel), erreicht der Wirkstoff nach 60 Minuten. 13Sildenafil-ratiopharm, INN-sildenafil – 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption ema.europa.eu (.pdf)

    Nebenwirkungen von Sildenafil

    Weil Sildenafil der erste zugelassene PDE-5-Hemmer war, waren die Forschungen noch nicht weit fortgeschritten wie sie es Heute sind. Andere PDE-5-Hemmer, welche die Wirkstoffe Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil enthalten, gelten als nebenwirkungsärmer. Nichts desto trotz ist Sildenafil noch immer das am häufigsten verschriebene Potenzmittel. Die bekannteste Nebenwirkung sind Kopfschmerzen.

    Nebenwirkungen lassen sich durch eine geringe Dosierung verringern und werden von Patient zu Patient unterschiedlich intensiv wahrgenommen.

    Kopfschmerzen
    28%
    Verstopfte Nase
    23%
    Keine Nebenwirkungen
    23%
    Gesichtsrötung
    14%
    Sodbrennen
    8%

    Quelle: sanego.de

    Sildenafil Generika seit 2013

    Im Jahre 2013 konnte Pfizer das Patent für den Wirkstoff Sildenafil nicht erneut verlängern. Seit diesem Zeitpunkt dürfen auch andere Pharmahersteller ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff vermarkten.

    Um dem zuvor zu kommen, hat Pfizer selbst ein „Viagra Generikum“ auf dem Markt gebracht. Trotzdem werden seit 2013 immer mehr günstige Sildenafil-Generika und weniger Marken-Viagra verkauft. Insgesamt gibt es über 122 Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sildenafil.

    Tadalafil (Cialis)

    Tadalafil wurde mit dem  Handelsnamen Cialis vom Hersteller Lilly Ende 2002 auf den Markt gebracht. Damit war es nach Viagra das zweite Potenzmittel, das als PDE-5-Hemmer wirkt und verschreibungspflichtig ist. Neben dem Einsatz als Potenzmittel wird Tadalafil auch bei der pulmonalen arteriellen Hypertonie (Lungenhochdruck) und benignen Prostatasyndroms verschrieben.

    Der größte Unterschied zu Sildenafil (Viagra) ist die deutlich längere Wirkungszeit. Denn Cialis wirkt nicht nur 5 Stunden, sondern bis zu 36 Stunden.7Tadalafil Lilly, INN-tadalafil – Europa EU – 5.1 Pharmakokinetische Eigenschaften – Klinische Wirksamkeit und Sicherheit – ema.europa.eu (.pdf) Dadurch bekam Cialis auch den Spitznamen „Die Wochenendpille“ verliehen.

    Bedarfs- und Konstanztherapie

    Durch die Besonderheit der langen Wirkungsdauer, wurde 2010 Tadalafil auch in 2,5 und 5 mg als „Cialis einmal täglich“ für die Konstanztherapie zugelassen.

    Bei der Konstanztherapie wird täglich eine Tablett eingenommen, wodurch jederzeit spontaner Geschlechtsverkehr möglich ist. *Vorausgesetzt es findet eine sexuelle Stimulation statt.

    Durch die dauerhafte Einnahme baut sich ein konstanter Wirkstoffspiegel im Blut auf. Neben der Behandlung der erektilen Dysfunktion, hat die dauerhafte Einnahme noch viele weitere Vorteile für die Lebensqualität der Patienten.

    Vorteile gegenüber Sildenafil

    Während Tadalafil eine Halbwertszeit von 17,5 Stunden hat, bietet Sildenafil nur eine Halbwertszeit von 4 Stunden.7Tadalafil Lilly, INN-tadalafil – Europa EU – 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften – ema.europa.eu (.pdf)

    Tadalafil erreicht nach 2 Stunden bereits die maximale Plasmakonzentration, während Sildenafil diese bereits nach einer Stunde erreicht. Bis Sildenafil seine Wirkung zeigt, benötigt es allerdings 40 Minuten. Dies erfordert oft eine genauere Planung.

    Weitere Einschränkungen, die Sildenafil, aber nicht Tadalafil betreffen, ist die Kontraktion mit Alkohol und das vermeiden fettreicher Nahrung. Beides ist mit Tadalafil ein kleineres Problem und macht sich nicht so deutlich auf die Wirksamkeit bemerkbar. 

    Bereits nach wenigen Jahren wurde die Tadalafil in 5 mg (Konstanztherapie) in 42 % der Fälle verordnet. Die Bedarfsmedikation (20 mg) wurde an etwa 53 % der Patienten verordnet.

    Auch die Nebenwirkungen können bei der Konstanztherapie deutlich geringer als bei einer Einnahem nach Bedarf ausfallen. Schließlich muss sich der Körper nicht jedes mal aufs neue auf die Wirkstoffe einstellen.

    Nebenwirkungen von Tadalafil

    Tadalafil wurde 4 Jahre nach Sildenafil zugelassen und konnte daher die Nebenwirkungen etwas besser einschränken.

    Laut Erfahrungsberichten der Patienten, treten folgende Nebenwirkungen am häufigsten auf:

    Kopfschmerzen
    30%
    Keine Nebenwirkungen
    22%
    Verstopfte Nase
    17%
    Muskelschmerzen
    15%
    Rückenschmerzen
    10%

    Quelle: sanego.de

    Zu beachten ist, dass diese Nebenwirkungen sich bei der Kostanzeinnahme von 5 mg nochmals deutlich reduzieren.

    Tadalafil Generika seit 2017

    Im November 2017 lief das Patent für den Wirkstoff Tadalafil ab. Dadurch konnten seit diesem Zeitpunkt auch andere Pharmakonzere Generika mit diesem Wirkstoff zulassen. Insgesamt gibt es über 100 Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tadalafil.

    Vardenafil (Levitra)

    Kurz nachdem Tadalafil auf dem Markt erschienen ist, wurde vom deutschen Pharmaunternehmen Bayer im Jahre 2003 der Wirkstoff „Vardenafil“ bekannt gemacht.

    Unter den Handelsnamen „Levitra“ wurde ein PDE-5-Hemmer in 5, 10 und 20 mg vermarktet. 

    Als Besonderheit gegenüber den anderen PDE-5-Hemmern wird immer wieder von einem noch schnelleren Wirkungseintritt und geringeren Nebenwirkungen berichtet. Laut Studien und Erfahrungsberichten konnte bei manchen Patienten bereits eine Wirkung nach nur 10 Minuten festgestellt werden.3J Sex Med. 2004 Sep;1(2):168-78. Earliest time to onset of action leading to successful intercourse with vardenafil determined in an at-home setting: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. – ncbi Offiziell wirkt Vardenafil allerdings dennoch erst ab 25 bis 60 Minuten.4Levitra, INN-vardenafil – Europa EU – 4.2 Dosierung und Art der Anwendung – ema.europa.eu (.pdf)

    Nebenwirkungen von Vardenafil

    Die Nebenwirkungen bei Vardenafil, fallen grundsätzlich geringer, als bei Sildenafil oder Tadalafil aus.

    Laut Erfahrungsberichten geben die meisten Patienten (35%) an, keinerlei Nebenwirkungen bemerkt zu haben.

    Keine Nebenwirkungen
    35%
    Kopfschmerzen
    23%
    Verstopfte Nase
    20%
    Gesichtsrötung
    17%
    Hitzewallungen
    9%

    Quelle: sanego.de

    Vardenafil Generika seit 2018

    Ein Jahr nachdem das Patent von Lilly Icos über Tadalafil ausgelaufen ist, wurde auch das Patent von Bayer über Vardenafil nicht verlängert. Der Hersteller TAD brachte mit dem Handelsnamen „Vardegin“ als erstes ein Vardenafil Generika auf dem Markt. Der Wirkstoff Vardenafil ist häufig nur noch als Generika erhältlich.

    Avanafil (Spedra)

    Der neuste PDE-5-Hemmer stammt aus dem Hause Berlin-Chemie und wird seit 2014 unter dem Handelsnamen „Spedra“ vertrieben. Da Avanafil deutlich später als die anderen PDE-5-Hemmer entwickelt worden ist, konnte bei der Entwicklung gezielter darauf geachtet werden, weniger Nebenwirkungen zu verursachen.

    Außerdem kann die Wirkung von Avanafil, laut Erfahrungsberichten, bereits nach etwa 10 Minuten einsetzen.5Avanafil for Erectile Dysfunction (PDF). Kyle, Jeffery; Brown, Dana (2013) – Annals of Pharmacotherapy. Sage Publishing. Retrieved 28 September 2013. doi.org Laut Beipackzettel wirkt Spedra nach 15 bis 30 Minuten.6Spedra, INN-avanafil – Europa EU – 4.2 Dosierung und Art der Anwendung – ema.europa.eu (.pdf)

    Auch die Länge der Wirkung ist mit 6 Stunden länger als bei Sildenafil und Vardenafil. Die Halbwertszeit von Avanafil beträgt sogar maximal 17 Stunden.6Spedra, INN-avanafil – Europa EU – 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften – ema.europa.eu (.pdf)

    Nebenwirkungen von Avanafil

    Über die Nebenwirkungen lässt sich bis dato nur schlecht ein Diagramm erstellen, da es nur wenige Erfahrungsberichte gibt.

    Insgesamt treten die Nebenwirkungen allerdings geringer als bei den Konkurrenten auf. Dies hängt vor allem mit der genaueren Wirkung zusammen.

    Avanafil hat eine 20.000-fach höhere Selektivität gegenüber der PDE-5 als der PDE-3. Dieser Wert liegt bei Sildenafil nur bei 4000. Das bedeutet das Avanafil gezielter PDE-5 hemmt und weniger Enzym PDE-3 anspricht. Das Enzym PDE-3 kommt im Herz-, und Blutgefäßen vor. Es ist an der Herzkontraktilität beteiligt.8Avanafil for male erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis – Asian J Androl. 2014 May-Jun; 16(3): 472–477. – ncbi

    Auch das Enzym PDE-6 wird bei Avanafil deutlich weniger angesprochen als es bei Sildenafil der Fall ist. Das Enzym PDE-6 ist für das Sehvermögen verantwortlich. Daher tritt bei Sildenafil unter den seltenen Nebenwirkungen auch ein verändertes Sehvermögen auf. Dies ist bei Avanafil nicht der Fall.

    Avanafil erzielte laut einer Studie mit 483 Teilnehmern folgende Ergebnisse:9A Randomized, Double‐Blind, Placebo‐Controlled Evaluation of the Safety and Efficacy of Avanafil in Subjects with Erectile Dysfunction – onlinelibrary.wiley.com

    Kopfschmerzen
    7%
    Gesichtsrötung
    4%
    Verstopfte Nase
    2%

    Avanafil Generika noch nicht zugelassen

    Aktuell gibt es vom Wirkstoff Avanafil noch kein zugelassenes Generikum. Aktuell verfügt noch die Menarini Group über das Patentrecht.

    Ob das Patent verlängert wird, ist nicht bekannt. Da solch eine Patentverlängerung allerdings sehr teuer ist und Avanafil nur einer von vielen PDE-5-Hemmern ist, ist eine Patentverlängerung eher unwahrscheinlich.

    Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

    Nicht jeder Mann darf PDE-5-Hemmer bedenkenlos einnehmen. Dies ist auch ein Grund für die Verschreibungspflicht.

    Unter Kontraindikation (auch Gegenanzeigen genannt) sind bestimmte Umstände beschrieben, unter denen ein Medikament nicht eingenommen werden darf. Da es sonst zu gefährlichen, gesundheitlichen Folgen kommen kann. Eine vollständige Liste kann aus dem jeweiligen Beipackzettel entnommen werden.

    Zu den Gegenanzeigen der PDE-5-Hemmer gehören:

    Schwangerschaft & Stillzeit

    Da PDE-5-Hemmer erst vor kurzem auch für Frauen zur Behandlung von Lungenbluthochdruck zugelassen worden ist, gilt es diesen Punkt auch zu beachten.

    Es gibt aktuell noch keine medizinischen Erkenntnisse über das Risiko für das ungeborene Kind. Studien an Tieren konnten allerdings Schaden nach der Geburt zeigen.12Effects of sildenafil on maternal hemodynamics and fetal growth in normal rat pregnancy – Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2010 Feb; 298(2): R433–R438. – ncbi.nlm.nih.gov

    Daher gilt es aktuell noch als nicht empfehlenswert PDE-5-Hemmer während der Schwangerschaft oder Stillzeit einzunehmen.  Befragen Sie hierfür bitte im Einzelfall Ihren Arzt oder Mediziner.

    Zahlt die Krankenkasse Potenzmittel?

    In aller Regel werden PDE-5-Hemmer nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen.

    2004 gab es eine Gesundheitsreform, bei der es vor allem um die Gesetze zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ging. Dabei wurden auch die PDE-5-Hemmer aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen.

    Dies hängt vor allem damit zusammen, dass diese Medikamente in die Kategorie der „Lifestyle-Medikamente“ eingeordnet werden.

    Darunter zählen:

    • Verbesserung des Haarwuchses
    • Verbesserung des Aussehen
    • Verbesserung der Erektion

     

    Einzig Tadalafil stellt mit der Dosis in 5 mg Ausnahme dar. Denn die dauerhafte Einnahme von Tadalafil in der 5 mg Dosierung kann zur Behandlung des Prostatasyndroms (BPS) eingesetzt werden. Unter dieser Behandlungsform kann das Medikament zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden. Allerdings muss somit auch eine gutartige Prostatavergrößerung diagnostiziert worden sein.

    Private Krankenversicherung

    Die gesetzlichen Neuregelungen durch die Gesundheitsreform gilt nur für die gesetzlichen Krankenkassen und nicht für die privaten Krankenversicherungen (PKV). Trotzdem lehnen viele Versicherungen eine Kostenübernahme oder erektilen Dysfunktion ab.

    In den Versicherungsunterlagen ist einsehbar, ob sich eine Klausel findet, bei der eine Behandlung einer erektilen Dysfunktion ausgeschlossen wird.

    Verschreibung der Potenzmittel nur vom Arzt

    Auch wenn es verführerisch sein mag, im Internet Potenzmittel rezeptfrei bestellen zu können, ist eine Untersuchung vom Facharzt zu empfehlen. Somit können beispielsweise sonst unentdeckte Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zudem besteht somit kein Risiko billige Fälschungen zu erhalten, welche im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend sein können. 

    Über unsere Suche können sie einen Arzt in Ihrer Umgebung ausfindig machen und über die Verschreibung der Potenzmittel sprechen.

    Literatur:

    1. PDE-5-Hemmer – de.wikipedia.org
    2. Phosphodiesterase-5-Hemmer – PharmaWiki
    3. J Sex Med. 2004 Sep;1(2):168-78. Earliest time to onset of action leading to successful intercourse with vardenafil determined in an at-home setting: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. – ncbi
    4. Levitra, INN-vardenafil – Europa EU – 4.2 Dosierung und Art der Anwendung – ema.europa.eu (.pdf)
    5. Avanafil for Erectile Dysfunction (PDF). Kyle, Jeffery; Brown, Dana (2013) – Annals of Pharmacotherapy. Sage Publishing. Retrieved 28 September 2013. doi.org
    6. Spedra, INN-avanafil – Europa EU – ema.europa.eu (.pdf)
    7. Tadalafil Lilly, INN-tadalafil – Europa EU – ema.europa.eu (.pdf)
    8. Avanafil for male erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis – Asian J Androl. 2014 May-Jun; 16(3): 472–477. – ncbi
    9. A Randomized, Double‐Blind, Placebo‐Controlled Evaluation of the Safety and Efficacy of Avanafil in Subjects with Erectile Dysfunction – onlinelibrary.wiley.com
    10. Studie: Porst, Hartmut (2006): Oral Pharmacotherapy of Erectile Dysfunction. In: Porst, Hartmut; Buvat, Jacques (Herausgeber): Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing. doi.org
    11. sanego Gesundheitsportal: Arztbewertung, Medikamente bewerten, Nebenwirkungen, Krankheiten und Gesundheitsfragen – sanego.de
    12. Effects of sildenafil on maternal hemodynamics and fetal growth in normal rat pregnancy – Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2010 Feb; 298(2): R433–R438. – ncbi.nlm.nih.gov
    13. Sildenafil-ratiopharm, INN-sildenafil – ema.europa.eu (.pdf)
     

    Foto: © Von Shidlovski / shutterstock.com