Impotenz Selbsthilfegruppen

Bei Erektionsstörungen bieten Selbsthilfegruppen bieten eine sichere Umgebung in der Teilnehmer über ihre Sorgen sprechen können. Der Weg zu einer solchen Selbsthilfegruppe, benötigt allerdings viel Mut. Wir beschreiben im Artikel was bei einer Selbsthilfegruppe passiert und wie Sie die bekanntesten Selbsthilfegruppe für Impotenz finden können.

Der Körper benötigt für eine Erektion ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Körperfunktionen. Damit eine Erektion aufgebaut werden kann, muss sich der Schwellkörper mit Blut füllen können. Wenn dieser Vorgang allerdings aufgrund anderer Erkrankungen beeinträchtigt ist, wird der Aufbau der Erektion erschwert. 

In manchen Fällen reicht es bereits aus, wenn sich Männer mit Erektionsstörungen in einer Selbsthilfegruppe öffnen und über die Problematik sprechen. Denn kann auch zusätzlich zur Gesprächstherapie die Behandlung der Impotenz über den Arzt erfolgen. Dabei kann in der Selbsthilfegruppe über Fortschritte und Erfahrungen der unterschiedlichen Behandlungsmethoden berichtet werden. 

Bei einem Treffen in der Selbsthilfegruppe für erektile Dysfunktion werden häufig folgende Themen angesprochen:

  • - Arztsuche, Erfahrungen & Tipps für den Arztbesuch.
  • - Erfahrungen mit den unterschiedlichen Behandlungsmethoden von Impotenz.
  • - Andere Ansätze der Behandlung durch Gespräche & Selbsthilfe.
  • - Kostenübernahme der Krankenkassen.
  • - Persönliche und Partnerschaft bezogene Themen.
Inhaltsübersicht:
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    Jens Winkler
    Jens Winkler

    Aktualisiert: 18. September 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

    Redaktion

    Adressen von Impotenz Selbsthilfegruppen

    Die bekanntesten:

    Sekis Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle.

    In Berlin finden die Gruppentreffen an jedem 3. Freitag im Monat von 19:00 bis 21:00 Uhr im 5. Obergeschoss (Fahrstuhl) im Raum 5.010 der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS), Bismarckstraße 101 (Eingang Weimarer Str.), 10625 Berlin-Charlottenburg, in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station Deutsche Oper / Linie U2 statt.

    In Köln finden die Gruppentreffen an jedem 2. Donnerstag im Monat von 19:00 bis 21:00 Uhr im Gesundheitsladen, Venloerstr. 46, 50672 Köln statt. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Selbsthilfegruppe Erektionsstörungen Köln.

    Adresse: Gesundheitsladen, Venloerstr. 46, 50672 Köln.

    In München treffen wir uns jeden 2. Montag im Monat von 20:00 bis 22:00 Uhr im Gruppenraum G3 des Selbsthilfezentrums (SHZ) München, Westendstr. 68, 80339 München. Wie man zum SHZ kommt, ist auf den Internetseiten des SHZ München beschrieben. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Selbsthilfegruppe erektile Dysfunktion München. https://impotenz-selbsthilfe.de/

    Adresse: Selbsthilfezentrums (SHZ), Westendstr. 68, 80339 München

    Die Gruppe in Hamburg trifft sich jeweils am 2. und 4. Dienstag im Monat um 18:00 Uhr im Eilbeker Weg 214. Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch beim Gruppenleiter (Tel.: 0176 500 101 50).

    In Hannover finden die Gruppentreffen an jedem 2. Montag im Monat von 18:30 bis 20:30 Uhr im Freizeitheim Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1, 30459 Hannover statt. Weitere Informationen gibt es über die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich (KIBIS) Hannover (Tel.: 0511 66 65 67) und die E-Mailadresse [email protected]

    In Stuttgart finden Gruppentreffen an jedem 2. Donnerstag in einem geraden Monat (also Februar, April, Jumi usw.) von 17:30 bis 19:30 Uhr im Raum 3 der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS), Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart statt. Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch (Tel.: 07251 – 8 12 12) oder per E-Mail ([email protected]).

    Mut zur Selbsthilfe bei Impotenz

    Treten Probleme mit der Potenz auf, haben die Betroffenen häufig das Gefühl, keinen Ansprechpartner um Hilfe bitten zu können. Mit Erektionsstörungen stehen Männer jedoch keinesfalls alleine da.

    Doch der Schritt in eine Gruppenberatung ist für viele Männer nicht einfach. Oftmals bestehen hartnäckige Glaubenssätze, die das Sprechen über Ängste und Gefühle als unmännlich bezeichnen. Nur wer potent ist, ist auch männlich, so scheint es sich über viele Jahre in die Köpfe der Männer einzuprägen.

    Negative und schlichtweg falsche Glaubensmuster werden in den Sitzungen der Selbsthilfegruppen langsam aufgelöst.

    Negative und falsche Glaubensmuster:

    Die moderne Gesellschaft grenzt sich immer mehr von diesem falschen Bild der Männlichkeit ab. Dennoch ist der Unwille über die eigene Gefühlswelt zu sprechen bei vielen Männern noch groß. Sie wissen theoretisch, dass es völlig in Ordnung ist, über persönliche Probleme zu reden, haben es aber nie wirklich gelernt.

    Die meisten Betroffenen leiden im mittleren oder fortgeschrittenen Alter unter Impotenz. Sie sehen sich mit dem Auftreten der Erkrankung häufig zum ersten Mal in ihrem Leben mit schweren psychischen Belastungen konfrontiert, bei denen sie die Unterstützung außenstehender Personen benötigen.

    In den Selbsthilfegruppen für Männer die an Impotenz leiden, sind die anwesenden Therapeuten und Betreuer auf diese Problematik geschult. Sie wissen, dass es für die Teilnehmer zu Beginn nicht leicht ist sich zu öffnen und können die Schwierigkeit mit dem Schritt in die Beratung nachvollziehen.

    Über die eigenen Probleme zu sprechen ist eine Fähigkeit die erlernt werden kann. Wie viele Dinge im Leben Bedarf es Übung und Zeit, bis sich Fortschritte bemerkbar machen. Genau das bieten die Selbsthilfegruppen. Bei den Treffen lernen Männer, sich langsam zu öffnen und mit der Zeit immer besser darin zu werden, über ihre persönlichen Probleme zu reden.

    Gespräche & Inhalte bei SHG

    Die Gruppendynamik einer Selbsthilfegruppe wirkt sich bestärkend auf die einzelnen Mitglieder aus.

    Neue und noch unsichere Teilnehmer können sich zunächst selbst davon überzeugen, dass auch gestandene Männer nicht vor gesundheitlichen Problemen geschützt sind. Sie erkennen, wie wichtig und unkompliziert es ist Hilfe anzunehmen.

    In den Sitzungen kommen darüber hinaus eine ganze Reihe wichtiger Themen zur Sprache. So klären Therapeuten und Betreuer beispielsweise über die möglichen Ursachen und Behandlungsansätze der erektilen Dysfunktion auf. In vielen Fällen fehlen betroffenen Männern ausreichende Informationen, über den Zusammenhang der Erkrankung mit verschiedenen Faktoren.

    Wie stark die Impotenz von der körperlichen Verfassung, der seelischen Gesundheit oder zusätzlichen Krankheiten beeinflusst wird, ist vielen nicht bewusst. Um den Erektionsstörungen entgegenzuwirken, ist eine umfassende Aufklärung wichtig.

    Dies ist ein wichtiger Aspekt, da sich die Teilnehmer weniger machtlos fühlen und lernen sich selbst zu helfen.

    Darüber hinaus wird besprochen, an welche Ärzte sich Männer im Falle von Beschwerden wenden können und ob es ratsam ist, weitere Untersuchungen zu vereinbaren um z.B. Krebserkrankungen zu erkennen oder auszuschließen.

    Die Selbsthilfegruppen vereinen daher praktische Ratschläge, Aufklärung und seelische Unterstützung.

    Vorgehensweise bei Selbsthilfegruppen

    Selbsthilfegruppen für Männer mit erektiler Dysfunktion organisieren in den meisten deutschen Großstädten regelmäßige Treffen.

    Diese folgen keinen strikten Ablaufplan, sondern orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer. Hin und wieder kommen auch hilfesuchende Frauen in die Sitzung.

    Da jedoch auch ihre Partnerinnen oder Partner unter der Situation leiden, sind diese in einigen Selbsthilfegruppen ebenfalls willkommen. Manchmal wird den Frauen empfohlen, zunächst allein zu den Treffen zu kommen, falls der Mann sich noch nicht dafür bereit fühlt. Eine Aufklärung der Partner betroffener Männer kann sehr hilfreich sein, da sie lernen mit dem Thema sensibel und richtig umzugehen.

    Wer sich anfangs noch unsicher fühlt, kann sich bei den ersten Treffen zurück halten, um zunächst einen Eindruck vom Prinzip der Gruppenhilfe zu gewinnen. Im Verlauf der Sitzung erhalten alle Teilnehmer die Möglichkeit, über negative Erlebnisse, Komplikationen oder auch Erfolge zu sprechen und Fragen zu stellen.

    Hin und wieder finden Vorträge statt, die meist von geschulten Fachpersonen aus den Bereichen der Medizin, Psychologie oder Gesundheitsberatung gehalten werden. Interessierte können anschließend Fragen stellen und sich über die Themen austauschen.

    Wie oft die Treffen stattfinden hängt von den jeweiligen Gruppen ab. Diese bestehen in vielen Städten aus ca. 10 Personen. Die Teilnahme ist kostenlos und muss meist nicht angemeldet werden. Wer sich vorab erkundigen möchte, sollte telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen.

    Langfristige Erfolge bei regelmäßiger Teilnahme

    Die Teilnehmer lernen, sich selbst zu reflektieren und über persönliche Probleme zu sprechen.

    Viele positiven Effekte der Gruppentherapien reichen über die Behandlung der erektilen Dysfunktion hinaus. Wer regelmäßig an den Treffen teilnimmt, wird schnell eine Steigerung der Lebensqualität erfahren.

    Diese Fähigkeiten können sie für den Rest ihres Lebens in sämtlichen Bereichen anwenden. Das Selbstbewusstsein der Männer wird gestärkt und neue positive Glaubenssätze gefestigt.

    Positive neue Glaubensmuster:

    Betroffene erkennen, dass sie mit dem Problem nicht alleine sind und sehen darüber hinaus, wie sie anderen Leidenden eine Stütze sein können. Anderen zu helfen ist eine enorme Bereicherung des eigenen Wohlbefindens. Das Gefühl gebraucht zu werden und eine gute Tat zu leisten, stärkt das Selbstwertgefühl.

    Wann Selbsthilfegruppen helfen können

    Offene Kommunikation kann nur hilfreich sein - Medizinische Ansätze können trotzdem gewählt werden.

    Viele Betroffene empfinden die Impotenz zu Beginn einer Therapie als übermächtiger Bestandteil ihres Lebens, der alle weiteren Bereiche zunehmend beeinflusst. Die Selbsthilfegruppen ermöglichen es den Teilnehmern, das Problem aus der Vogelperspektive zu betrachten. Lösungsansätze und Zusammenhänge erscheinen plötzlich klarer.

    Die Männer sehen Wege, die sie gehen können, um sich selbst zu helfen. Ein erweitertes Bewusstsein für das eigene Umfeld und das Erkennen von ganzheitlichen Zusammenhänge hilft, die Potenzprobleme richtig einzuordnen.

    Für viele Teilnehmer sind die Sitzungen ein Anstoß, den eigenen Lebensstil zu ändern. Sie schöpfen neue Energie, um das erlernte Wissen anzuwenden, den Alltag aktiver zu gestalten, ihre Ernährung umzustellen und verschiedene Aspekte in ihrem Leben zu überdenken.

    Auch wenn Sie aufgrund von organischen Ursachen die Erektionsstörung nicht über Gespräche beheben können, verhelfen Selbsthilfegruppen oft für einen offenen Umgang mit der Problematik. Wer die Probleme besser erkennt, kann Sie auch besser behandeln. 

    Ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe nicht erwünscht, kann auch ein Gespräch mit einem Psychologen in Betracht gezogen werden. 

    Literatur:

    1. Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz) – Shg Adressen
    2. Selbsthilfegruppe – Wikipedia
    3. ED Support Groups – Rejoyn Medical

    Foto: © Michael Ebardt / shutterstock.com