Wie können Frauen bei Impotenz helfen?

Impotenz, schon der Begriff ist für die meisten Männer ein Horror, ein Schreckgespenst, das verdrängt und möglichst totgeschwiegen wird. Die sogenannte erektile Dysfunktion kann vielfältige Ursachen haben, psychische Problemen und mentale Blockaden gehören dazu.

In diesem Fall kommt die Partnerin ins Spiel. Wie können Frauen bei Impotenz helfen? Wir verraten, was es für Möglichkeiten für die Frauenwelt gibt, um betroffenen Männern wieder ein erfüllteres Sexleben zu ermöglichen.

Jens Winkler
Jens Winkler

Aktualisiert: 22. März 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

Redaktion
Inhaltsübersicht:
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    Wann kann die Frau bei Erektionsproblemen helfen?

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    Mediziner unterteilen die Ursachen für erektile Dysfunktion in organische und psychische Auslöser. Hinter dauerhaften oder temporär bestehenden Erektionsproblemen steckt also immer ein seelischer oder körperlicher Hintergrund, den es zu beheben gilt.

    Nicht selten ist es auch eine Kombination aus beidem, die zu Problemen beim Ausleben der männlichen Lust führt.

    Stecken psychische Probleme dahinter oder handelt es sich um eine körperliche Erkrankung? Einen guter Gradmesser als Anhaltspunkt für seelische Ursachen ist dem Volksmund bekannt unter dem Begriff Morgenlatte.

     Wenn der Mann nach dem Aufwachen die typische Erektion zeigt, dann deutet vieles darauf hin, dass seelischer Stress als Auslöser für die Impotenz in Frage kommt.

    Zu viel Stress im Job, zu viel Streit und Unstimmigkeiten in der Partnerschaft können dem Mann buchstäblich auf die Potenz schlagen. Hier gilt es gemeinsam herauszufinden, wo die Probleme liegen. Nicht alles lässt sich gänzlich abstellen und schon gar nicht im Hauruck-Verfahren, aber es ist ein erster wichtiger Weg, um das Sexualleben zu verbessern.

    Grundsätzlich gilt: Bei leichteren bis mittelschweren psychischen Problemen kann die Frau als Unterstützung einen wirkungsvollen Beitrag gegen Erektionsprobleme leisten.

    Wie können Frauen dem Partner bei Impotenz helfen?

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    Frauen kennen das: Besonders bei sensiblen Themen wie Potenz herrscht oft das vielgerühmte Schweigen im Walde. Der Mann mag nicht über seine sexuelle Leistungsfähigkeit sprechen, er wiegelt ab und verharmlost. Hier ist das Geschick der Partnerin gefragt.

    Offene Gespräche sind sehr wichtig, aber es gibt auch eine Vielzahl an praktischen Möglichkeiten zur Entspannung und Luststeigerung, die dem Mann helfen können.

    Mehr Abwechslung im Bett

    Ich habe heute keine Lust auf Sex… Diesen Satz spricht man eher der Frau zu als dem Mann. Aber auch Männer können öfter keine Lust auf Sex haben. Ein Grund dafür ist nicht selten die Lustlosigkeit, die sich durch zu viel Routine im Bett abzeichnet.

    Immer nur freitags, immer nur die gleiche Stellung, nennt das Kind ruhig beim Namen: Es ist schlicht die Langeweile, die häufig wenig animierend wirkt.

    Das ist auch der Grund, warum Rollenspiele und Fantasien für sexuelle Zwecke so gut funktionieren. Idealerweise kennt die Frau bereits die Vorlieben ihres Partners. Falls nicht, fragen tut nicht weh! Natürlich funktioniert das in der Praxis nur, wenn beide es gleichermaßen wollen, ein inszeniertes Sexspektakel ist da eher kontraproduktiv.

    Abwechslung im Bett kommt nicht nur dem Partner zugute, es kann auch eine kleine sexuelle Revolution für die Partnerin sein.

    Massagen & Sex Toys für neue Reize

    Es gibt so viele Möglichkeiten gemeinsam Lust auszuleben, das Konzentrieren auf den Akt ist nur eine davon. Die sinnliche Ganzkörpermassage gehört für viele längst zum lustvollen Erleben.

    Aber auch der einschlägige Handel hat viel zu bieten. Moderne Sextoys sind wahre Lustspender und welcher Mann sieht der Partnerin nicht gerne beim lustvollen Spiel zu?

    Ernährung & Gesundheit beeinflussen

    Das körperliche Wohlbefinden ist ebenfalls ein wichtiger Gradmesser für eine befriedigende Sexualität. Genau hier kann Frau dem Mann bei Impotenz auch dann helfen, wenn nicht nur seelische Ursachen für die erektile Dysfunktion vorliegen.

    Grunderkrankungen wie z.B. leichtere Formen des Diabetes lassen sich bei gesunder Lebensführung positiv beeinflussen. Diabetes kann negative Auswirkungen auf die Potenz haben, die Unterstützung bei gesunder Ernährung und das gemeinsam Sport treiben hat durchaus einen spürbaren Effekt auf die Manneskraft.

    Wichtig: Nicht zu viel Druck ausüben, mit Zuneigung und ehrlich gemeinter Bestätigung lässt sich bei männlicher Impotenz sehr viel mehr erreichen.

    Gibt es Impotenz bei Frauen?

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    Auf diese Frage hat das „British Medical Journal“ eine klare Antwort: „Weibliche Impotenz gibt es nicht, sie ist eine Erfindung der Pharmaindustrie.“1The making of a disease: female sexual dysfunction | doi.org

    Gemeint ist damit, dass die sogenannte sexuelle Dysfunktion der Frau keine Erkrankung ist, es handelt sich hier in der Regel um Desinteresse und/oder Unzufriedenheit mit dem Sexualleben. Ein Libidoverlust kann sowohl Männer als auch Frauen treffen und steht nicht mit einer sexuellen Dysfunktion in Verbindung.

    Gynäkologische Erkrankungen wie eine Scheidentrockenheit (vaginale Trockenheit) trifft schon eher auf die Beschreibung einer Impotenz der Frau zu. Die Ursachen für eine Scheidentrockenheit können hormonelle Schwankungen (besonders in den Wechseljahren) oder auch zahlreiche andere Erkrankungen sein. 

    Kann die Hilfe der Partnerin den Arzt ersetzen?

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    Wenn keine schwerwiegenden körperlichen Grunderkrankungen ursächlich für die männliche Impotenz sind, dann kann in manchen Fällen auch die Partnerin den Arztbesuch ersetzen. Bei leichteren bis mittelschweren seelischen Problemen können Sie es durchaus versuchen und damit Erfolg haben.

    Um das festzustellen hilft es, die oben genannten Tipps auszuprobieren und auf Ihre individuellen Vorlieben und Lebensgewohnheiten anzupassen. Wenn sich dadurch ein durchschlagender Erfolg zeigt, dann haben Sie es geschafft – die Ursachen der Erektionsstörungen sind beseitigt.

    Eine gelegentliche Flaute im Bett ist normal, manchmal hilft es auch ein wenig zu warten. Als Definition für Impotenz gilt das Scheitern der sexuellen Versuche in mehr als 70 % und über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten.

    Was tun wenn nichts hilft?

    Arztbesuch empfohlen

    Sind alle Versuche gescheitert und können körperliche Ursachen für die Impotenz nicht ausgeschlossen werden, dann unterstützen Sie Ihren Partner bitte bei der Motivation zum Arztbesuch. Es gibt keinen Grund sich für solch einen Termin zu schämen.

    Schnelle ärztliche Hilfe in Ihrer Umgebung gibt es hier:

    Quellen:

    1. The making of a disease: female sexual dysfunction | doi.org
    2. Netdoktor – Scheidentrockenheit – netdoktor.de
    3. A Partner’s Guide to Erectile Dysfunction – WebMD