Sind Antidiabetiker für Impotenz verantwortlich?

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Nicht nur eine Diabetes Erkrankung kann für Impotenz sorgen, auch bestimmte Antidiabetiker können eine Erektionsstörung verursachen oder die Lust auf Sex mindern. Manche orale Antidiabetika stehen im Verdacht sowohl Erfahrungsgemäß, wie auch laut Beipackzettel Erektionsstörungen zu verursachen.

Oft ist nicht das Medikament der Auslöser, sondern die Diabetes Krankheit selbst. Manche Antidiabetika können diesen Effekt allerdings verstärken. Im Artikel klären wir auf. 

Jens Winkler
Jens Winkler

Aktualisiert: 19. September 2021 | Medizinisch überprüft von: Klaus Marquardt

Redaktion
Inhaltsübersicht:
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    Twinsterphoto | shutterstock.com

    Welche Antidiabetika machen Impotent?

    Die bekanntesten Wirkstoffe im Verdacht eine Impotenz auszulösen sind Metformin (wie auch die Kombination von Pioglitazon & Metformin) und Glibenclamid.

    Wirkstoffe & Medikamente:

    Wirkstoffe: Pioglitazon & Metformin

    Medikament: Competact

    Wirkstoff: Metformin

    Medikamente: Metfodoc, Siofor, Metformin & Generika

    Wirkstoff: Glibenclamid

    Medikamente: Euglucon, Gliben & Generika, Maninil, duraglucon

    Pioglitazon & Metformin

    Im offiziellen Beipackzettel von Competact (15 mg Pioglitazon / 850 mg Metformin) ist Impotenz als mögliche Nebenwirkungen angegeben. Aktuell gibt es wenig Erfahrungsberichte diesbezüglich. Auch hierbei kann es sein, das Diabetes selbst für die Erektionsstörung ursächlich sein kann.

    Testosteronmangel durch Metformin?

    Wie auch in Studien belegt werden konnte, kann der Wirkstoff Metformin zu einem Testosteronmangel führen. Genauer gesagt behindert Metformin die Synthese des Testosterons.

    Der damit eingehende Mangel an Testosteron kann die Lust auf Sex mindern und Erektionsstörungen verursachen.

    Glibenclamid kann Impotenz verstärken

    Der Wirkstoff Glibenclamid, welche in den Medikamenten Euglucon, Maninil und zahlreichen Gilben-, Generika vertreten ist, kann bereits vorhandene Erektionsstörungen verstärken. Dadurch ist es auch in diesem Fall sehr schwierig, zu unterscheiden, ob die Potenzprobleme bereits bestanden oder erst durch die Medikation ausgelöst worden sind.

    Im Gegensatz zu Pioglitazon & Metformin wird bei Glibenclamid allerdings keine sexuelle Funktionsstörung im Beipackzettel aufgeführt. 

    Welche Behandlung kann helfen?

    In einer Studie wurde erwähnt, das ein PDE-5-Hemmer wie Sildenafil, die Erektionsstörungen, auch unter der Einnahme von Metformin, effektiv behandeln kann. Vorausgesetzt wird die Lust auf Sex.

    Wenn Antidiabetiker eine Impotenz begünstigen, können nach Absprache mit dem Arzt auch Potenzmittel wie Sildenafil, Vardenafil, Avanafil oder Tadalafil eingesetzt werden. Diese PDE-5-Hemmer verstärken die Erektion bei sexueller Stimulation etwa einer Stunde nach der Einnahme.

    Viele Männer die unter Diabetes leiden und die Potenzprobrobleme mit einem PDE-5-Hemmer behandeln, wählen dabei den Wirkstoff „Vardenafil“. Dieser Wirkstoff gilt als besonders Nebenwirkungsarm ist und ist daher bei Diabetikern besonders beliebt. 

    Quellen:

    1. Können Diabetes-Medikamente zu Erektionsstörungen führen? Autor: Dr. med. Jörg Zorn – navigator-medizin.de/erektionsstoerungen
    2. Erectile Dysfunction and Low Sex Drive in Men with Type 2 DM: The Potential Role of Diabetic Pharmacotherapy Hayder M. Al-Kuraishycorresponding author1 and Ali I. Al-Gareeb2 – NCBI
    3. Addition of metformin to sildenafil treatment for erectile dysfunction in eugonadal nondiabetic men with insulin resistance. A prospective, randomized, double-blind pilot study. Rey-Valzacchi GJ1, Costanzo PR, Finger LA, Layus AO, Gueglio GM, Litwak LE, Knoblovits P. – ncbi.nlm.nih.gov