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Wie macht sich Prostatakrebs bemerkbar? 12 Anzeichen und was du tun solltest
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern und bleibt lange unbemerkt. Hier liest du, welche Anzeichen in welchem Stadium auftreten, wie du ihn von einer harmlosen Prostatavergrößerung unterscheidest, was sich bei der Früherkennung 2025 geändert hat und wann du zum Arzt solltest.
Nachts öfter raus, der Strahl schwächer als früher, und plötzlich die Frage im Kopf: Ist das Krebs? Wie macht sich Prostatakrebs bemerkbar? Die ehrliche Antwort: im Frühstadium meist gar nicht. Genau das macht ihn so tückisch, und genau deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Die gute Nachricht: Die meisten Beschwerden beim Wasserlassen haben eine harmlose Ursache, und früh erkannter Prostatakrebs ist sehr gut heilbar.
Kurz beantwortet
Prostatakrebs verursacht im Frühstadium meist keine Beschwerden, weil er oft am äußeren Rand der Prostata wächst. Erst wenn er größer wird, können Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Sperma und Erektionsstörungen auftreten. Bei Metastasen kommen Knochen- und Rückenschmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit dazu.
Beschwerden beim Wasserlassen stammen aber viel häufiger von einer gutartigen Prostatavergrößerung. Weil der Krebs früh still bleibt, empfiehlt die neue Leitlinie von 2025 Männern ab 45 nach ärztlicher Beratung einen PSA-Test statt der Tastuntersuchung.

Inhaltsübersicht
Warum Prostatakrebs so lange still bleibt
Die meisten Prostatatumoren entstehen im äußeren Bereich der Drüse, weit weg von der Harnröhre, deshalb drücken sie lange auf nichts und verursachen keine Beschwerden.
Die Prostata ist etwa so groß wie eine Walnuss und liegt unter der Harnblase. Mitten durch sie verläuft die Harnröhre. Prostatakrebs entsteht meist im äußeren Teil der Drüse, der zum Enddarm zeigt. Solange der Tumor klein ist, drückt er nicht auf die Harnröhre, und man merkt nichts.
Dazu kommt: Prostatakrebs wächst oft sehr langsam, manchmal über viele Jahre. Viele Tumoren würden zeitlebens keine Probleme machen. Andere sind aggressiver. Genau das macht die Früherkennung so wichtig und gleichzeitig so schwierig.
Die 12 möglichen Anzeichen von Prostatakrebs
Mögliche Anzeichen sind Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Sperma, schmerzhafter Samenerguss, Erektionsstörungen sowie bei fortgeschrittenem Krebs Knochenschmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit, keines davon ist aber typisch nur für Krebs.
| Anzeichen | Häufig auch bei |
|---|---|
| 1. Häufiger Harndrang, vor allem nachts | gutartige Vergrößerung, Blasenentzündung, viel Trinken abends |
| 2. Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl | gutartige Vergrößerung |
| 3. Schwierigkeiten, das Wasserlassen zu starten | gutartige Vergrößerung |
| 4. Nachträufeln, Gefühl der unvollständigen Entleerung | gutartige Vergrößerung |
| 5. Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen | Harnwegsinfekt, Prostataentzündung |
| 6. Blut im Urin | Infekt, Nierensteine, Blasenerkrankungen |
| 7. Blut im Sperma | meist harmlos, etwa nach Entzündung |
| 8. Schmerzen beim Samenerguss, weniger Ejakulat | Prostataentzündung |
| 9. Neue Erektionsstörungen | Gefäße, Diabetes, Stress, Medikamente |
| 10. Schmerzen im Becken, Rücken oder in den Hüften | Rücken- und Gelenkprobleme |
| 11. Ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit, Blutarmut | viele andere Erkrankungen |
| 12. Geschwollene Beine (Lymphstau) | Herz-, Venen- oder Nierenprobleme |
Wichtig: Keines dieser Anzeichen beweist Prostatakrebs. Aber jedes davon ist ein Grund, es ärztlich abklären zu lassen, vor allem wenn es neu auftritt oder länger anhält.
Anzeichen nach Stadium
Im Frühstadium fehlen Beschwerden meist ganz, lokal fortgeschrittener Krebs kann das Wasserlassen und die Sexualfunktion stören, bei Metastasen in Knochen oder Lymphknoten kommen Schmerzen und Allgemeinsymptome dazu.

Frühstadium: auf die Prostata begrenzt
Meist gar keine Beschwerden. Gefunden wird der Krebs in diesem Stadium fast nur durch Früherkennung, etwa einen erhöhten PSA-Wert. Genau in diesem Stadium sind die Heilungschancen am besten.
Lokal fortgeschritten: über die Prostata hinaus
Der Tumor wächst über die Kapsel der Prostata hinaus, etwa in die Samenblasen oder Richtung Blase. Jetzt können Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Sperma, ein schmerzhafter Samenerguss und Erektionsstörungen auftreten, weil die feinen Nerven neben der Prostata betroffen sein können.
Fortgeschritten: mit Metastasen
Prostatakrebs streut am häufigsten in die Knochen, vor allem in Wirbelsäule, Becken und Oberschenkel, sowie in die Lymphknoten. Typisch sind anhaltende Rücken- oder Knochenschmerzen, die nachts nicht besser werden, außerdem Gewichtsverlust, Müdigkeit, Blutarmut und bei Befall der Lymphknoten geschwollene Beine. Sehr selten drückt ein großer Tumor auf den Enddarm.
Krebs oder nur vergrößert?
Beschwerden beim Wasserlassen stammen viel häufiger von einer gutartigen Prostatavergrößerung als von Krebs, die gutartige Vergrößerung wächst innen um die Harnröhre herum, der Krebs meist außen.

| Gutartige Vergrößerung (BPH) | Prostatakrebs | |
|---|---|---|
| Häufigkeit | sehr häufig, ab 60 bei der Mehrheit der Männer | häufigste Krebsart beim Mann |
| Wo wächst es? | innen, um die Harnröhre | meist außen, am Rand |
| Beschwerden beim Wasserlassen | typisch, oft früh | meist erst spät |
| Gefährlich? | nicht bösartig, kann aber Harnstau verursachen | bösartig, kann streuen |
| Behandlung | Medikamente, bei Bedarf OP | je nach Risiko: Überwachung, OP, Bestrahlung, Hormontherapie |
Beides kann übrigens gleichzeitig vorliegen. Deshalb gilt: Nur der Arzt kann sicher unterscheiden, was hinter den Beschwerden steckt. Ein interessanter Nebeneffekt: Tadalafil 5 mg ist auch gegen Beschwerden einer gutartigen Vergrößerung zugelassen, mehr dazu unter Tadalafil.
Wer ein erhöhtes Risiko hat
Das größte Risiko ist das Alter, dazu kommen Prostatakrebs bei Vater oder Bruder, bestimmte Genveränderungen wie BRCA2 und afrikanische Abstammung.
- Alter: Vor 50 selten, danach steigt das Risiko deutlich.
- Familie: Ist Vater oder Bruder erkrankt, ist das eigene Risiko erhöht, besonders bei Erkrankung vor 60.
- Gene: Veränderungen im BRCA2-Gen, das auch bei Brustkrebs eine Rolle spielt.
- Herkunft: Männer afrikanischer Abstammung erkranken häufiger und früher.
- Lebensstil: Übergewicht und wenig Bewegung werden mit aggressiveren Verläufen in Verbindung gebracht.
Ein interessanter Befund am Rande: In einer großen US-Studie hatten Männer mit häufigem Samenerguss, 21-mal oder öfter im Monat, ein etwas geringeres Prostatakrebsrisiko6. Das ist eine Beobachtung, kein Beweis, schaden wird es aber kaum.
Früherkennung: Was sich 2025 geändert hat
Die neue S3-Leitlinie von 2025 empfiehlt die Tastuntersuchung nicht mehr zur Früherkennung, stattdessen sollen Männer ab 45 nach Beratung einen PSA-Test angeboten bekommen, bei auffälligem Wert folgen Kontrolle und gegebenenfalls ein MRT.

Jahrzehntelang war die Tastuntersuchung über den Enddarm der Standard. Doch große Studien zeigten, dass sie frühe Tumoren oft nicht erkennt. Die aktualisierte Leitlinie empfiehlt sie deshalb ausdrücklich nicht mehr zur Früherkennung3. Stattdessen gilt:
- Ab 45Männer mit einer Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren werden über Vor- und Nachteile der Früherkennung beraten.
- PSA-TestWer möchte, lässt den PSA-Wert im Blut bestimmen.
- Ab 3 ng/mlDer Wert wird innerhalb von drei Monaten kontrolliert. Bleibt er erhöht, schätzt ein Urologe das Risiko genauer ein.
- MRTVor einer Gewebeprobe wird bei Verdacht ein MRT empfohlen. So lassen sich unnötige Biopsien vermeiden.
- Niedriger WertJe niedriger der PSA-Wert, desto länger kann der Abstand bis zur nächsten Kontrolle sein.
Was zahlt die Krankenkasse?
Hier hinkt die Praxis der Leitlinie hinterher: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt ab 45 weiterhin einmal jährlich die Tastuntersuchung. Der PSA-Test zur Früherkennung ist bislang eine Selbstzahlerleistung (IGeL), meist im Bereich von etwa 20 bis 50 Euro. Bei einem konkreten Verdacht übernimmt die Kasse die Kosten4. Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft seit Herbst 2025, ob ein PSA- und MRT-basiertes Screening Kassenleistung werden soll.
PSA-Test: Nutzen und Grenzen
Der PSA-Test kann Todesfälle durch Prostatakrebs verhindern, führt aber auch zu falschem Alarm und zur Entdeckung harmloser Tumoren, ob man ihn machen möchte, ist eine persönliche Entscheidung nach Beratung.
PSA steht für prostataspezifisches Antigen, ein Eiweiß, das die Prostata bildet. Ein erhöhter Wert kann auf Krebs hinweisen, aber auch auf eine Vergrößerung, eine Entzündung oder sogar Radfahren oder Sex kurz vor der Blutabnahme.
✅ Für den PSA-Test
- findet Krebs, bevor er Beschwerden macht
- bei 1.000 Getesteten werden über 16 Jahre etwa 3 Todesfälle verhindert5
- mit MRT heute deutlich genauer als früher
⚠️ Zu bedenken
- bei etwa 250 von 1.000 gibt es falschen Alarm5
- findet auch harmlose Tumoren (Überdiagnose)
- Unsicherheit und weitere Untersuchungen
Die gute Nachricht: Nicht jeder gefundene Tumor muss sofort behandelt werden. Bei kleinen, wenig aggressiven Tumoren empfiehlt die neue Leitlinie die aktive Überwachung statt Operation oder Bestrahlung. Damit lassen sich viele Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Erektionsstörungen vermeiden.
Wann solltest du zum Arzt?
Sofort bei Blut im Urin, schneller bei Beschwerden, die neu sind oder länger als zwei Wochen anhalten, und regelmäßig ab 45 zur Beratung über die Früherkennung.
- Zeitnah: sichtbares Blut im Urin
- Zeitnah: du kannst gar nicht mehr Wasser lassen (Notfall bei starkem Druck und Schmerzen)
- Zeitnah: anhaltende Knochen- oder Rückenschmerzen ohne erkennbaren Grund, die nachts nicht besser werden
- In den nächsten Wochen: Beschwerden beim Wasserlassen, die länger als zwei Wochen anhalten
- In den nächsten Wochen: Blut im Sperma, schmerzhafter Samenerguss, neue Erektionsstörungen
- Regelmäßig: ab 45 zur Beratung über Früherkennung, bei familiärer Belastung schon früher
Erste Ansprechpartner sind Hausarzt oder Urologe. Wer sich vor dem Termin fürchtet, findet Tipps unter Angst vor dem Urologen überwinden. Adressen findest du unter Adressen und Hilfe.
Prostatakrebs und Potenz
Prostatakrebs selbst verursacht selten Erektionsprobleme, häufiger entstehen sie durch die Behandlung, also Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie, heute gibt es aber gute Möglichkeiten, die Potenz zu erhalten oder wiederherzustellen.
Direkt neben der Prostata verlaufen die feinen Nerven, die für die Erektion zuständig sind. Bei einer Operation oder Bestrahlung können sie geschädigt werden. Moderne nervenschonende Operationstechniken und die aktive Überwachung bei kleinen Tumoren haben das Risiko deutlich verringert.
Umgekehrt gilt: Neue Erektionsprobleme sind fast nie ein Zeichen für Prostatakrebs, sondern viel häufiger für Gefäß- oder Stoffwechselprobleme. Mehr dazu unter Penis wird nicht steif. Wie das Sexleben nach einer Prostatakrebs-Behandlung wieder in Gang kommt, liest du ausführlich unter Sexuelle Gesundheit nach Prostatakrebs.
Erektionsprobleme diskret behandeln
Diskret von zu Hause. Ein zugelassener Arzt prüft deine Angaben und entscheidet, ob eine Behandlung für dich passt.
- Medizinischen Fragebogen online ausfüllen
- Prüfung durch einen zugelassenen Arzt
- Bei medizinischer Eignung: Rezept
- Diskreter Versand über eine Versandapotheke
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- Neutrale Verpackung
Lieber persönlich? Urologische Kliniken in deiner Nähe finden
Wichtig: Ein Online-Arzt ersetzt bei Verdacht auf Prostatakrebs keine Untersuchung beim Urologen. Für die Behandlung von Erektionsproblemen, etwa nach einer abgeschlossenen Krebstherapie in Absprache mit dem behandelnden Arzt, ist er aber eine bequeme Möglichkeit.
Häufige Fragen zu Prostatakrebs
Wie macht sich Prostatakrebs zuerst bemerkbar?
Meist gar nicht. Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs in der Regel keine Beschwerden. Erste Anzeichen wie Probleme beim Wasserlassen oder Blut im Urin treten oft erst auf, wenn der Tumor größer ist.
Kann man Prostatakrebs selbst ertasten?
Nein. Die Prostata liegt im Körperinneren und lässt sich nur vom Arzt über den Enddarm tasten. Doch auch diese Untersuchung erkennt frühe Tumoren oft nicht, deshalb setzt die neue Leitlinie auf den PSA-Test.
Ist häufiges nächtliches Wasserlassen ein Zeichen für Prostatakrebs?
Selten. Meist steckt eine gutartige Prostatavergrößerung, viel Trinken am Abend oder eine Blasenreizung dahinter. Abklären lassen solltest du es trotzdem.
Ab wann sollte man zur Früherkennung?
Die Leitlinie empfiehlt eine Beratung ab 45 Jahren. Bei Prostatakrebs in der Familie kann eine frühere Beratung sinnvoll sein.
Was kostet der PSA-Test?
Als Früherkennung ist er bislang eine Selbstzahlerleistung, meist im Bereich von etwa 20 bis 50 Euro. Bei konkretem Verdacht zahlt die Krankenkasse.
Wie gut ist Prostatakrebs heilbar?
Früh erkannt sehr gut. Über 90 Prozent der Betroffenen leben zehn Jahre nach der Diagnose noch. Viele kleine Tumoren müssen gar nicht behandelt, sondern nur überwacht werden.
Kann Prostatakrebs Erektionsstörungen verursachen?
Selten direkt, meist erst im fortgeschrittenen Stadium. Häufiger entstehen Erektionsprobleme durch die Behandlung. Dafür gibt es heute gute Hilfen, von Potenzmitteln bis zur Schwellkörpertherapie.
Das Wichtigste in Kürze
- Prostatakrebs macht im Frühstadium meist keine Beschwerden.
- Später können Probleme beim Wasserlassen, Blut in Urin oder Sperma und Erektionsstörungen auftreten.
- Bei Metastasen kommen Knochenschmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit dazu.
- Beschwerden beim Wasserlassen stammen meist von einer gutartigen Vergrößerung.
- Seit 2025 empfiehlt die Leitlinie ab 45 den PSA-Test statt der Tastuntersuchung.
- Früh erkannt ist Prostatakrebs sehr gut heilbar.
Quellen und Studien (9)
- Fast jeder zweite Deutsche erkrankt an Krebs, RKI-Daten 2023
heidelberg24.de - Krebs in Deutschland: Auch positive Trends
pharmazeutische-zeitung.de - Prostatakarzinom: Tastuntersuchung in S3-Leitlinie nicht mehr ausdrücklich empfohlen
aerzteblatt.de - PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung
verbraucherzentrale.de - Rettet der Bluttest Leben oder schadet er? Fakten zum PSA-Test
web.de - Rider JR et al. (2016): Ejaculation Frequency and Risk of Prostate Cancer: Updated Results with an Additional Decade of Follow-up. Eur Urol
doi.org - PROBASE-Studie als Basis für neue Prostatakrebs-Leitlinie (DKFZ)
gesundheitsindustrie-bw.de - Prostatakrebs-Früherkennung: PSA-Test ersetzt rektale Tastuntersuchung
zdfheute.de - Symptome bei Prostatakrebs (Deutsche Krebsgesellschaft)
krebsgesellschaft.de
